Karrierechance Defence: Für wen sich der Einstieg jetzt lohnt
Shownotes
Die Verteidigungsindustrie wächst – und sucht Fachkräfte. Besonders für Ingenieure, Softwareentwickler, IT- und KI-Spezialisten eröffnen sich neue Möglichkeiten. Aber wie leicht gelingt der Wechsel aus Automotive, Tech oder klassischer Industrie wirklich? Welche Fähigkeiten sind gefragt, welche Gehälter üblich?
Darüber sprechen wir mit Bernhard Pöltl, Geschäftsführer von T60 und erfahrener Rüstungsexperte, und Nicholas Minkner, Managing Director der Recruiting- und Personalberatung 8R. Es geht um Quereinstieg und Karrierechancen, um Unternehmenskultur und langfristige Perspektiven – und um die entscheidende Frage: Möchte ich an Technologien arbeiten, die am Ende militärisch eingesetzt werden können?
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Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:12: Willkommen zu einer neuen Folge von Generation KI.
00:00:16: Heute geht es um einen Arbeitsmarkt, der für viele Ingenieure, Softwareentwickler und IT-Spezialisten gerade sehr interessant wird – und zwar die Verteidigungsindustrie.
00:00:29: Während vor allem die Automobilindustrie aktuell unter Druck steht Bauen Defense-Unternehmen Kapazitäten auf, investieren und suchen Fachkräfte.
00:00:40: Aber wie groß ist diese karriere Chance wirklich?
00:00:44: Ist das ein kurzfristiger Boom oder einen Arbeitsmarkt für die nächsten zehn, zwanzig – vielleicht sogar dreißig Jahre!
00:00:51: Wie gut gelingt der Wechsel aus Automotive oder Tech und welche Rolle spielt
00:00:58: KI?!
00:00:59: Und wie attraktiv ist eine Branche, die viel noch als ziemlich konservativ gilt?
00:01:05: Und schließlich möchte ich in einer Branche oder an Technologien mitarbeiten, die am Ende militärisch eingesetzt werden können und sollen.
00:01:17: Unsere Leitfrage daher heute – für wen ist der Einstieg in Defense jetzt eine echte Karrierschance?
00:01:25: Dazu habe ich mir zwei Gäste eingeladen die diesen Arbeitsmarkt von unterschiedlichen Seiten her kennen.
00:01:32: Da ist zum einen Bernhard Pöltl, er ist Geschäftsführer von T-Sixty und verantwortet dort den Bereich Defense.
00:01:40: Er ist Maschinenbauingenieur und bringt rund dreißig Jahre Industrieerfahrung aus Maschinnen- und Fahrzeugbau Luftfahrt und Defense mit.
00:01:48: Heute beschäftigt er sich unter anderem mit Produktionsaufbau und Lieferketten Und er kennt die Branche aus einer Zeit in der eine Karriere-in-Defense gesellschaftlich ganz anders gesehen wurde als heute.
00:02:02: Herr Pöltl, herzlich willkommen und zu seiner an seiner Seite Herr Minkner Nikolas Minkler.
00:02:09: er ist Managing Director von AchtR einer Recruiting und Personalberatung.
00:02:16: Er kennt die Bewerbeseite.
00:02:17: wer wird tatsächlich gesucht Und wie realistisch ist ein Quereinstieg?
00:02:23: Und was können Kandidaten erwarten Und verlangen.
00:02:28: Herr Minkner, herzlich willkommen!
00:02:33: Ich beginne mal mit Ihnen, Herr Pöthl – mit einer Einstiegsfrage ist es im Jahr die Zeitpunkt, um beruflich in die Fenster zu steigen.
00:02:44: Ja eine sehr gute Frage aber ich würde Sie generalerst einmal so beantworten das war schon immer eine gute Möglichkeit in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie einzusteigen.
00:02:55: Heute ist es natürlich besonders attraktiv, weil es sehr viele freie Stellen gibt.
00:03:01: Aber man sollte sich schon überlegen was man tut.
00:03:05: Weil das ist nicht ein normaler Job den man einfach so macht und Nine to Five abarbeitet und dann die Themen wieder an den Nagel hängt sondern das ist eine Überzeugungsgeschichte.
00:03:17: bei mir war das so.
00:03:18: ich war schon immer Begeistert von Technologie, komplexen Maschinen und komplizierten Geräten.
00:03:26: Und so war für mich die Faszination immer da irgendwo im komplexem Maschienenbau Luft- und Raumfahrt oder eben auch in der Rüstungsindustrie zu arbeiten und das in einer Zeit... ... wo es damals, also ich bin, ähm... ...ähm...aah...einneunzehn neunneunzig zu Reimetall gewechselt.
00:03:42: Da hab' ich immer von meinen Freunden viel anhören dürfen und da war's dann, ah du bist ja Kriegstreiber, Waffenhändler!
00:03:48: Wie kannst Du nur bei so einer Firma anfangen?
00:03:50: Aber mich hat das schon immer fasziniert.
00:03:52: die komplexe technische Aufgabenstellung für den Kunden dediziert was zu entwickeln Und all das, was dazugehört auch die internationalen Beziehungen.
00:04:04: Die Politik im Hintergrund ist einfach mehr als nur ein Job und das trägt einen.
00:04:12: Das muss man mögen und nur so kann man wirklich in der Branche erfolgreich sein.
00:04:18: Es ist nicht eine einzelne Disziplin, die man mitbringen muss sondern muss es in der Summe... Mögen dort zu arbeiten.
00:04:28: Und das bringt mich wieder auf ihre Frage zurück, wo sie sagen ja ist es jetzt eine gute Chance?
00:04:35: Die Chance war schon immer da aber halt in einem kleineren Umfeld und erst jetzt wird's von der Bevölkerung und der Politik wahrgenommen, dass es notwendig ist.
00:04:45: Wir haben viele Jahre eine Friedensdividende gehabt und uns nicht um die Verteidigung unserer Freiheit und der Werte an die wir glauben denken müssen – das haben andere für uns gemacht!
00:04:59: Und jetzt ist es halt sehr präsent, dass wir selber für unsere Sicherheit sorgen müssen viel mehr Leute sich darum kümmern müssen, also einerseits in der Industrie arbeiten müssen.
00:05:13: Aber eben auch für diese Freiheit einstehen am Ende und ihren Beitrag dazu leisten.
00:05:22: Ist diese Friedensdividende ein oder nennen wir es mal so ja ich glaube das ist auch der Begriff der hier genannt wird?
00:05:30: Ist das ein Lockmittel- oder einen Zugpferd momentan für viele Kandidaten um... sich einen Job in Defense vorzustellen oder darauf vorzubereiten, Herr Minkner.
00:05:45: Ich glaube das muss man differenziert betrachten.
00:05:48: Friedensdividende, Beitrag leisten – das sind ja so unterschiedliche Begriffe.
00:05:52: Das ist sicherlich für den ein u. a. einen Motiv jetzt in die Rüstungsindustrie einzusteigen.
00:05:58: und in den Gesprächen mit unseren Kandidaten hören wir auch das öfteren, dass man aufgrund der politischen Entwicklung etwas tun möchte was dann wirklich Gewicht hat.
00:06:15: Auf der anderen Seite sehen wir aber auch, dass grundsätzlich einfach die wirtschaftlichen Entwicklungen so sind.
00:06:19: Dass jetzt der Bereich Verteidigung, Sicherheitsindustrie auch gewissermaßen Not gedrungen für den ein oder anderen als relevante Arbeitsmarkt in Betracht kommt und man gar nicht mehr so die große Auswahl hat an der einen oder anderen Stelle.
00:06:36: Meinen Sie damit das mal unter Umständen auch manche Bedenken gerade runter schluckt?
00:06:44: Weil man einfach dringenden Job sucht?
00:06:46: Das kann an der einen oder anderen Stelle sicherlich der Fall sein.
00:06:51: Ich glaube, dass grundsätzlich die Kandidatinnen und Kandidaten sich dann wirklich ernsthaft mit der Verteidigungsindustrie auseinandersetzen nicht nur einmal auf die Industrie schauen sondern ganz spezifisch sich auch überlegen kann ich mir vorstellen für das Spezifische Unternehmen und am Ende dann auch für die Produkte entsprechend tätig zu werden.
00:07:13: Und das ist auch etwas, wo unsere Kunden im Verteidigungsbereich ein besonderes Augenmerk darauf werfen.
00:07:20: Weil man einfach sehr genau weiß, dass man gerade wenn die Systeme komplex sind... meistens technischen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter nicht nur für einen System einsetzen kann.
00:07:32: Sondern das wissen sich dann auch langfristig aufbaut und man diese natürlich breit einsetzen werden muss und möchte.
00:07:41: Und moralische Bedenken die sollten gleich von Anfang an entsprechend abgeklopft sein und mit einem klaren Ja oder entsprechend auch Nein beantwortet werden.
00:07:53: Wo entsteht denn gerade konkret eigentlich neuer Personalbedarf?
00:07:57: Wenn Sie jetzt mal drei Profile nennen müssten, die sie besonders häufig vermitteln oder suchen sollen für die Verteidigungsindustrie.
00:08:06: Welche wären das?
00:08:09: Das was wir in der zivilen Industrie mit Fachkräftemangel letztendlich häufig titulieren sehen wir auch ganz akut im Verteidingungsbereich.
00:08:18: Das heißt explizit werden technische Profile gesucht, die entsprechend an der Entwicklung neuer Systeme, Lösung oder Weiterentwicklung bestehender Systeme mitwirken können.
00:08:30: Ganz explizIT werden wir sehr häufig gerade im Bereich Systems Engineering angefragt einfach weil wir solche Profile oder diese Art und Weise der Entwicklung im Verteidigungsbereich speziell ist und so nicht in anderen Industrien unbedingt abgebildet wird.
00:08:48: Und das an der Stelle nicht so einfach ist, solche Profile zu besetzen die ein ganzheitliches System Verständnis und Denken entsprechend in der Entwicklung von Anfang an mitbringen.
00:08:58: im zweiten ganz akut einen Bedarf im Bereich Elektrotechnik und es deckt eigentlich alle Bereiche ab, Kommunikationstechnik, Nachrichtentechnik.
00:09:09: Signalverarbeitung das fährt einfach als Beispiele genannt die gerade jetzt im Kontext der vernetzten Systeme Multi-Domain Solutions wie es dann auch relativ endlich genannt werden mag eine immer größere Rolle spielen und gerade so die Hard und die Software Seite effektiv überbrücken können.
00:09:28: Und der dritte Bereich, und das ist ja der ein oder die andere magst dann mit IT überschreiben.
00:09:33: Letztendlich sind es dann die Themen vor allem in der Software.
00:09:36: Embedded Software würde ich jetzt mal überschreiten weil einfach auch im Verteidigungsbereich die Software zunehmend an Gewicht oder entsprechend letztendlich auch das ausschlaggebende Moment ist und da entsprechende Kenntnisse Ganz wichtig sind.
00:09:55: und das führt letztendlich dann aber auch dazu, dass wir zum Beispiel Themen wie Datenverarbeitung oder Data Engineering, aber entsprechend natürlich auch künstliche Intelligenz immer mehr in den Fokus nehmen.
00:10:07: Jetzt haben Sie natürlich Profile beschrieben die andere Industrien genauso suchen ja?
00:10:12: Und wenn wir jetzt mal bei der Elektrotechnik bleiben einen sehr engen Markt Wir haben nicht mehr so wahnsinnig viele Leute, die das studieren.
00:10:24: Wenn wir jetzt mal auf diese ominöse NATO-Liste schauen, auf die wir nachher noch eingehen.
00:10:29: Welche Kandidaten nicht in der Verteidigungsbranche arbeiten sollen nämlich die nicht auf dieser Liste stehen Dann bleiben ja in Elektrotechnik gar nicht mehr so viele übrig weil dann Wir haben sehr viele internationale Studierende mittlerweile in Deutschland.
00:10:46: Wie schränkt das den Arbeitsmarkt ein und gleichzeitig und parallel überlegt?
00:10:53: Macht es die Tür auch für Quereinsteiger?
00:10:57: Das ist natürlich ein erheblicher Komplexitätstreiber.
00:11:00: Zum einen, die Größe des verfügbaren Kandidatenpuls auf der einen Seite und dann natürlich die verteidigungsspezifischen Einschränkungen jetzt anhand der Startenliste mit Sicherheitsüberprüfung etc... Wir sehen da ganz akut die Auswirkungen schon bei unseren Kunden.
00:11:19: Die akuten Bedarf haben, Spezialistenprofile zu akquirieren und dann aber auch konkrete Lösungsmöglichkeiten abwägen oder abwähgen müssen um letztendlich dann die Kapazitätsbedarfe mit den entsprechenden Skills entsprechend zu decken.
00:11:37: letztendlich wird man nichts einstellen kann oder niemanden einstellen können, der nicht verfügbar ist.
00:11:42: Und damit ist er der Wettbewerb natürlich mit der zivilen Hochtechnologieindustrie ganz spezifisch deutlich akuter als er vielleicht vor zehn oder zwanzig Jahren war und gerade jetzt mit dem Aufwuchs im Verteidigungsbereich durchaus auch einen Hemmnis, den man her werden muss.
00:12:00: Wenn Sie sagen Lösungsmöglichkeiten wie sehen denn diese Lösungs Möglichkeiten aus?
00:12:06: Die Profile Das betrifft Senioritätsgrade von Junior bis Senior- bis Führungskraft, die ihr letztendlich an der Stelle fehlen.
00:12:18: Und wir sehen zunehmend das gerade im Entwicklungsbereich durchaus kreativ gedacht werden muss und entsprechend die Hochlaufzeiten bzw.
00:12:27: die Onboarding dauern, durchaus einfach deutlich gestreckt sind.
00:12:33: bei der Einarbeitung von neuen Kolleginnen und Kollegen entsprechend Fachschulungen, entsprechend deutlich professionellisiert oder auch letztendlich sehr in der Breite ausgerollt hat.
00:12:46: Und dass auch zukünftig wahnsinnig wichtig sein wird um Kandidatinnen und Kandidaten aus fachfremden Industrien letztendlichen in die Verteidigungsindustrie einarbeiten zu können.
00:12:58: Also das heißt ich muss mir nicht alles selber beibringen sind durchaus gewillt, entsprechende Weiterbildungen anzubieten?
00:13:06: Naja es ist ja niemand dort auf die Welt gekommen.
00:13:10: Also auch die alten Hasen haben wir irgendwann bei null angefangen.
00:13:13: und ich denke Rüstung oder Verteidigungsindustrie ist immer was langfristiges.
00:13:19: also das kommt allein vom Beschaffungszyklus eines neuen Geräts, eines neuen Waffensystems.
00:13:27: schon mal dass bis des spezifiziert ist und der Kunde genau weiß, was er will.
00:13:33: Und dann erst ein Prototyp entwickelt wird, der getestet wird und dann so ein Produkt letztendlich in die Truppe eingeführt wird vergehen immer Jahre.
00:13:44: Ähnlich ist es natürlich auch dass eine Rüstungsindustrie auch im Personalaufbau über Jahre macht und das hat man halt in der Vergangenheit Schritt für Schritt gemacht.
00:13:55: Heute wird von einer Welle überrollt entsprechend irgendwo befüllen muss mit neuen Kollegen.
00:14:02: Und da geht das halt nicht mehr ganz so einfach, wie es mal früher war.
00:14:06: und klar hilft ein bisschen auch der Hintergrund wenn man irgendwann militärisch Berührungspunkte hatte.
00:14:14: ich meine zu meiner Zeit gab's halt noch einen Wehrdienst.
00:14:17: Da haben die meisten doch in irgendeiner Form sich zumindest mal die Frage stellen müssen mache ich Zivildienst mach ich Wehrtienst?
00:14:23: Und dann waren vielleicht bei den Bundeswehren haben deren Strukturen kennengelernt.
00:14:27: Es gibt viele Zeitsoldaten, die dann den Weg in die Industrie gefunden haben.
00:14:32: Also ich meine das hilft aber auch das gibt es ja heute nicht mehr.
00:14:36: Die jüngeren Generationen haben keinen Wertdienst mehr gemacht und somit fällt das auch weg.
00:14:41: also muss die Industorie die Leute irgendwo an das Thema heranführen.
00:14:45: Aber es ist manchmal gar nicht so sehr des militärische was ich unbedingt wissen muss sondern ich denke vom technischen, von der Komplexität solche Systeme zu verstehen.
00:14:58: Das ist eigentlich die größte Herausforderung.
00:15:00: Lassen Sie sich ein Beispiel bringen wenn sie heute klassisch im Automobilbereich tätig sind Automobilzulieferer dann sind sie vielleicht, ja ich sage mal dispektierlich schon linken vorderen Türgriff verantwortlich.
00:15:14: Und wenn Sie diese Baugruppe analysieren, dann haben die da vielleicht keine Ahnung.
00:15:19: in der Bill of Materials zwanzig-fümundzwanzig Bauteile und die managen Sie als Projektleiter, als Systemingenieur, als Test- und Qualification Engineer und im Rüstungsbereich sind Sie halt ganz schnell in der Größenordnung.
00:15:35: ein komplettes System also ein... Fahrzeug, ein Aufklärungssystem.
00:15:41: Was es auch immer sein mag komplett als Systemingenieur zu verantworten.
00:15:46: und dann sind wir mal irgendwo bei sieben acht bis fünfzehntausend Materialnummern die Sie in irgendeiner Form managen müssen und dafür sorgen müssen dass alle diese fünfzehntausend Material Nummern wenn wir bei dieser großen Zahl einfach mal bleiben wollen fertig entwickelt qualifiziert als teil produziert an der Montagelinie zur gleichen Zeit ankommen müssen, dass die jemand zusammenbaut und am Ende halt ein vollständiges Produkt daraus wirkt.
00:16:14: Und das ist eine ganz andere Komplexität an Aufgabenstellung, an Gedankenleistung, die ich hinbringen muss, an Netzwerkstruktur, die Ich bespielen muss.
00:16:28: Es sind ja viel mehr Ansprechpartner mit denen ich es dann auch zu tun habe im Unternehmen aber eben auch in der Zulieferstruktur.
00:16:36: Ein Zulieferer im Bereich der Rüstung ist jetzt nicht jemand, der eine Materialnummer liefert.
00:16:40: Sondern er liefert wiederum ein Subsystem was elementarer Bestandteil des finalen Waffensystems ist und dort hineinpassen muss von den Schnittstellen, von der Performance, von allen eben.
00:16:54: Und da steuere ich dann einen Unterlieferanten, ein Unterauftragnehmer heißt es in der Fachsprache sogar.
00:17:02: Der eben das mitentwickelt, mitqualifiziert und elementarer Bestandteil am Ende ist.
00:17:06: Und dieser Unter-Auftragnehmer kann im übrigen dann auch mein Wettbewerber sein.
00:17:10: Also die Strukturen sind da schon manchmal ganz interessant In der Rüstungsbranche.
00:17:17: Das macht einfach auch die Attraktivität aus Diese Komplexität Im technischen Sinne so was zu managen nach vorne zu bringen die Abhängigkeiten untereinander zu verstehen und das eben mit einem Fingerspitzen-Gefühl auch zu managen, ja?
00:17:35: Zu wissen was muss ich jetzt tun dass sich am Ende zu dem Ergebnis komme.
00:17:39: Es in so ein komplexen Projekt gehen immer Dinge schief.
00:17:43: also muss ich immer einen Plan B haben und alles eben im Auge haben und das macht es dann vielfach aus was man eben auch sucht in der Rüstungsindustrie.
00:17:53: Und klar gehe ich dann immer dorthin und sage, wenn der schon mal Rüstung gemacht hat, kann er das aber das können natürlich anderen Branchen oder Leute auch.
00:18:02: Aber das ist eine gewisse Gedankenmuster, was sich mitbringen muss – eine solide technische Ausbildung und dieses Joglieren mit so vielen Dimensionen um am Ende ein erfolgreicher Systemingenieur oder Projektmanager zu
00:18:18: sein.".
00:18:19: Bleiben wir mal bitte bei der Automobilindustrie, die ja als lange Jahre eher erfolgsverwöhnt war.
00:18:24: Das muss man schon so sagen und im Moment oder seit einiger Zeit jetzt schon deutlich unruhnder läuft.
00:18:31: Wir reden über Abfindungsverträge, wir reden über Stellenabbau.
00:18:37: daher meine Frage nehmen wir als Beispiel einen Maschinenbauingenieur, vierzig Jahre alt, fünfzehn Jahre Erfahrung in Automotive keine Defenserfahrung.
00:18:48: Und jetzt haben Sie gerade skizziert, der war vielleicht mal Entwickler rechter Außenspiegel und soll auf einmal ein komplexes System Verständnis mitbringen.
00:18:59: Ganz konkret gefragt wie interessant ist so ein Profil für zum Beispiel Rheinmetall?
00:19:07: Ich würde sagen es ist eingeschränkt interessant und es kommt sicherlich ... den Lebenslauf gesamthaft an, was jemand sonst noch gemacht hat.
00:19:16: Also wenn es dann wirklich nur der rechte Außenspiegel war... ...dann ist das vermutlich zu wenig weil ich in so einem Projekt ganz andere Aufgaben mit übernehmen muss, konkret zu machen.
00:19:30: In der Automobilindustrie ist ja sehr viel Aufgabenteilung.
00:19:34: Ich habe einen extrem gut organisierten Einkauf, der dann wiederum im Einkauf auch nochmal untergliedet ist in verschiedene Funktionen Vertragsmanagement.
00:19:43: Da darf nur eine Person ein Vertrag verhandeln und der Projektingenieur, der steuert, dann gibt es den Entwickler.
00:19:52: aber in einem Rüstungsprojekt müssen sie teilweise alles in sich vereinen können und eben auch in einer Situation, wo sie so einen Unterauftrag nehmen, managen.
00:20:01: Auch halt den Vertrag wissen und sagen hey ja das gehört zu deinen Leistungspflichten lieber Lieferant, das musst du jetzt mal machen.
00:20:09: dann kann ich aber auch nicht Automotive-Like drauf donnern sondern muss halt trotzdem schauen dass ich eine Lösung finde am Ende und das Ergebnis dann passt.
00:20:19: und das sind glaube ich so Kombinationen die ich aus dem Lebenslauf nicht unbedingt sofort rauslehe kann, sondern das sehr auch von der Persönlichkeit des Bewerbers abhängig ist.
00:20:30: Dass ich halt in ein Gespräch reingehen muss und dann verstehe was hat denn der sonst noch gemacht?
00:20:36: Hat er vielleicht keine Ahnung im Verein noch die Rolle als Kassenwart und managt noch... Keine Ahnung es bei der freiwilligen Feuerwehr und tut das und jenes!
00:20:47: Und das sind dann schon so Indizien die ich vielleicht nicht unbedingt den Lebenslauf früher reingeschrieben habe, aber jetzt wenn mich in der Rüstungsindustrie Bewerbe vielleicht dann wichtiger werden um klar rauszuarbeiten.
00:20:59: Ich kann da mehr als nur einen rechten Außenspiegel entwickeln und hab andere Qualitäten und ich glaube dann wird ein Profil auch wieder interessanter für Reimetall.
00:21:10: das war ihre ursprüngliche Frage.
00:21:12: Aber wenn ich einfach nur sage ja ich bin ganz normaler Entwicklungsingenieur und kann außen Spiegel entwickelten glaub ich falle ich dadurch raster.
00:21:20: Ich fürchte, dass ich jetzt Leserbriefe kriegen werde.
00:21:23: Das war natürlich auch ein bisschen ironisch gemeint.
00:21:27: aber bleiben wir trotzdem hier mal bei diesem Phänomen das momentan die Automobilindustrie nicht mehr so ein sicherer Arbeitgeber zu sein scheint wie es einfach viele Jahre vorher war.
00:21:39: Herr Minkner Wie nehmen Sie das wahr?
00:21:42: Nehmen sie das tatsächlich so wahr und bemerken Sie einen erhöht das Interesse an der Verteidigungs- oder Rüstungsindustrie?
00:21:52: Ja, absolut.
00:21:53: Also ich glaube die Verteiligung von sich jetzt Industrie ist... Nicht in aller Wunde, aber sehr präsent.
00:22:00: Sehr viel deutlich oder sehr viel präsenter als wir es vor- und auch die Einstellung zur Verteidigungsindustrie hat sich deutlich gewandelt.
00:22:11: Von daher hat man da noch mal einen ganz anderen Blick jetzt auch eine ganz andere Bereitschaft drauf, sich darauf reinzuentwickeln.
00:22:22: Wir sehen vielleicht ein zweige Teil des Bild.
00:22:26: Zum einen haben wir in der Automobilindustrie sehr viele Abfindungsprogramme oder letztendlich auch den Druck sich zu verändern und eben nicht nur in der Industrie, sondern außerhalb der Industri.
00:22:39: Und wir haben viele Kandidatinnen und Kandidaten die sich dessen bewusst sind, die auch sagen okay ich möchte ganz gezielt in einer anderen Industrie jetzt wechseln und bin auch bereit entsprechend Ich möchte es nicht Abstriche nennen, aber entsprechend durchaus auch vielleicht einen Schritt zurückzugehen um entsprechende neue Sachen zu lernen und letztendlich dann wieder auf mein altes Niveau zu kommen.
00:23:01: Wir haben aber auch Kandidatinnen und Kandidaten die mit einem... mit einem sehr großen Selbstbewusstsein in den Markt gehen und davon ausgehen, dass sie das was Sie jetzt ich möchte gar nicht nur aus Automotive-Umfeld beziehen aber in der alten Struktur geleistet haben.
00:23:16: Projektleitungsverantwortlichkeit ob es jetzt technisch oder kaufmännisch ist oder Lead Engineering Funktionen die in der neuen Industrie im Verteidigungsbereich dann nicht so einfach ohne weiteres übernommen werden können und welches dann einfach schwierig haben sich entsprechend auf auf der gleichen Ebene zu entwickeln.
00:23:34: Welche Eintrittshürden würden Sie denn jetzt als wirklich relevant bezeichnen?
00:23:39: Die Frage geht doch aus an Sie beide.
00:23:41: Wir haben vorhin mal diese NATO-Liste erwähnt, wo es also ganz konkret um Staaten zu Gehörigkeit geht ja.
00:23:49: Also zum Beispiel aus China oder Pakistan stehen da drauf.
00:23:53: Da steht aber auch Ukraine darauf was ich... Lustig finde, also nicht lustig.
00:23:57: Aber was ich erstaunlich finde weil man doch so stark zusammen arbeitet eigentlich mit der Ukraine.
00:24:03: Also das sind Einschränkungen an die ich denke aber auch zu Themen wie Bundeswehrhintergrund oder eben Sicherheitsanforderung.
00:24:11: Was konkret?
00:24:12: vielleicht können Sie mir einfach mal ein Pack Beispiele nennen?
00:24:15: Was konkret ist damit gemeint?
00:24:19: Also ich denke die Staatenliste das ist ein individuelles Thema, wenn ich aus einer Region komme.
00:24:26: Das kann ich nicht wegdiskutieren.
00:24:27: das hat einfach mit einer Erpressbarkeit am Ende zu tun dass wenn ich halt Familie in dem Land habe da diese Staaten auch kein Padon haben eben die Familie unter Druck zu setzen um von mir der in der Rüstungsindustrie arbeitet irgendwelche Informationen so bekommen.
00:24:46: ja das ist so und das lässt sich mit dem Personaler, der sie einstellt auch nicht wegdiskutieren.
00:24:53: Das ist schwarz-weiß ja das ist auch gesetzliche Vorgabe.
00:24:56: Es ist aber ein individuelles Thema.
00:24:58: wenn jemand aus der Region kommt dann ist es so.
00:25:01: Aber ich glaube was interessanter halt die Qualifikationen oder sie haben es angesprochen, Bundeswehrhintergrund.
00:25:10: ist das wirklich notwendig.
00:25:11: Ich habe es ja vorhin auf Grund dieser technischen Beispiele schon mal gebracht.
00:25:16: Es ist nicht immer notwendig, es ist natürlich egal, aber ich muss mir überlegen in welchem Bereich ich tätig bin.
00:25:22: wenn Im Vertrieb tätig bin, dann ist mein Ansprechpartner meistens ein Ranghoher Offizier oder General und mit dem spreche ich natürlich besser wenn ich selbst Offiziere bin und verstehe was er tut und welche Themen ihn umtreiben.
00:25:38: Heißt nicht, dass ich das nicht lernen kann.
00:25:40: Aber ohne da ein Grundverständnis zu haben, kann man nicht im Vertrieb arbeiten.
00:25:45: Das funktioniert einfach nicht.
00:25:47: Wenn ich natürlich ein guter Techniker bin der wie ich es vorhin geschildert habe diese technische Komplexität managen kann dann kann ich auch ohne jeglichen Bundeswehr hintergrund sehr erfolgreich dasein weil letztendlich gibt mir jemand vor für was das System verwendet wird.
00:26:06: Und letztendlich, also ich sage mal so Sie können auch bei BMW vermutlich ein Fahrzeug entwickeln ohne einen Führerschein zu haben ja?
00:26:14: Also da kommt es eben auf andere Themen drauf an und deswegen ist immer die Frage wo arbeite ich in der Rüstungsindustrie ob der Bundeswehr Hintergrund tatsächlich unbedingt notwendig ist oder nicht Alles andere, also gibt es keine anderen Anforderungen auch wie in der normalen Industrie.
00:26:33: Was sie mitbringen müssen?
00:26:35: Also da wird wirklich nichts einfallen was wirklich in Qualifikation auf dem Papier anders ist.
00:26:41: Es ist eher eine Mentalitätsfrage.
00:26:43: ich muss im Kopf bereit sein ins eine Branche zu gehen und dort zu arbeiten aber auf dem papier gibt's dann nicht sehr viele Dinge die anders sind als wenn Sie sich heute bei BMW bewerben würden.
00:26:56: Wir haben vorhin schon mehrmals über Rheinmetall gesprochen.
00:27:00: Es gibt natürlich auch nur diverse andere kleinere Unternehmen, die sich in dem Markt jetzt tummeln von Bundeswehr-Startups bis hin zu Firmen wie Arx Robotics, die hier in Oberding sitzen oder auch Helsing.
00:27:15: Also es gibt diverse kleine und... Unternehmen und fast schon mittelständische, also es ist ein breites Feld.
00:27:24: Jetzt weiß ich aber das bei Rheinmetall, weil ich nachgeguckt habe ungefähr tausend vierhundert Jobs momentan offen sind.
00:27:32: Wie wird so eine komplexe Masse denn in der Regel gehandhabt?
00:27:37: Also haben die jetzt ihre HR Abteilungen massiv aufgebaut oder läuft sowas jetzt über Personalberatung?
00:27:44: wie kann ich mir das vorstellen?
00:27:45: Also sprich was muss da der Bewerber wissen?
00:27:50: Also so ein Personalbedarf und entsprechender Aufwuchs in der eigenen Organisation ist durch eine Personalberatung einfach nur mit der Beauftragung noch lange nicht getan, sondern das Bedarf.
00:28:03: Das sehen wir gerade bei den großen Rhein-Rüstungsunternehmen vielerlei Maßnahmen.
00:28:09: Da haben wir natürlich zum einen eine saubere Aufstellung erstmal und Befähigung des gesamten Personalbereichs von Kapazitätsplanung, Bedarfsplanung bis hin letztendlich dann zu den entsprechenden Recruiting Kanälen das man die entsprechend so aufstellt dass man dieses Volumen überhaupt abdecken kann.
00:28:27: Das ist ein Teil, das ist die Internorganisation.
00:28:30: Zum anderen sehen wir, dass zahlreiche Unternehmen im zivilen Bereich Personalabbau in großem Umfang betreiben und da gibt es entsprechende... Kooperation entsprechend, diese Personalveränderung auf der einen Seite in die Integration in die eigene Organisation entsprechend dann auch zu vereinfachen.
00:28:53: Da gibt es viele Beispiele gerade aus dem Automobilumfeld.
00:28:57: aber das ist dann auch der Grund weswegen wir von unseren Kunden mandatiert und beauftragt werden Die Besetzung von kritischen Schlüsselpositionen, die in der Entwicklung im mittleren Management oder auch Bernhard hat es als angesprochen im Vertrieb relevant sind.
00:29:13: Die wird man durch klassisches Recruiting in so einem umkämpften Markt ... Man macht eine Stellenbeschreibung oder Ausschreibungen und wartet auf Bewerberwirt in diesem Umfeld.
00:29:24: recht wahrscheinlich nicht besetzen können.
00:29:25: und deswegen sind dann gezielte Personalberatung, wie wir jetzt bei AchtEinfach wichtig um dann solche Vakanten auch gezielt besetzen zu können.
00:29:35: Spielen auch Ingenieurdienstleister eine Rolle?
00:29:39: Selbstverständlich ja!
00:29:40: Wobei wir dort immer wieder die Herausforderungen haben dass die Langelebigkeit der Projekte bzw.
00:29:48: der Entwicklungsprojekte einen enormen eine Bündelung des Wissens in der eigenen Organisation entsprechend benötigen.
00:29:58: Und überall, wo externe temporäre Ressourcen eingebunden sind ist dieses Wissen nicht unbedingt dann in der Organisation gebunden.
00:30:08: und das ist dann eine Herausforderung die wir gerade im Verteidigungsbereich sehen weshalb dass keine nachhaltige Antwort auf den akuten Kapazitätsbedarf an dieser Stelle ist.
00:30:18: Da externe Dienstleister sind hauptsächlich beim Projekt Anlauf findet man die, die entsprechend halt wenn große Projekte gewonnen werden.
00:30:27: Die Organisationen gar nicht so schnell bei großen OEMs aufgebaut werden können.
00:30:33: und da holt man sich dann eben Externe rein, die das Wissen mitbringen und so ein Projekt schnell zum Fliegen bringen können.
00:30:41: und dann stellt man eben entsprechend externer Leute ein übergibtes Wissen.
00:30:46: Und so wie es Herrn Hinkner gesagt hat, ist das natürlich Sinn und Zweck.
00:30:50: Dass das noch hau im Haus bleibt und dass noch hauer aufgebaut wird und nicht an externen Dienstleister abfließt.
00:30:57: Was wir da sehen sind vielfach Spezialdisziplinen wo sie einfach vielleicht ein spezifisches Know-how haben was man eben nicht so schnell selber sich aufbauen kann.
00:31:13: Produkte der Bundeswehr sind ja nicht ein reines Produkt, sondern das ist ein ganzes System und da gehört dann zum Beispiel auch.
00:31:20: eben eine technische Dokumentation dazu.
00:31:23: Das ist ILS als Schlagwort Integrated Logistic Support, wo das Produkt mit nicht nur der Bedienungsanleitung sondern im Training versehen werden muss.
00:31:37: Der Soldat muss ja daran ausgebildet werden er muss das Equipment im Zweifelfall selber warten können.
00:31:42: also braucht auch eine Reparaturanleitung eine Angabe wie viele Ersatzteile er mitnehmen muss und so weiter.
00:31:48: und sofort sind natürlich schon Spezialgebiete, wo man dann sehr gerne auf externe Dienstleister zugereift.
00:31:54: Weil die das eben schon fünfmal gemacht haben und nicht das erste Mal damit anfangen uns lernen müssen.
00:31:59: Und wie groß ist denn die Chance für solche temporären Kräfte dann eventuell übernommen zu werden?
00:32:04: Das war ja ein Automotive auch immer ein gutes Thema!
00:32:08: Naja, also ich glaube eher dass die Dienstleister heute alles dran setzen.
00:32:12: Die Leute selber zu behalten und nicht wieder zu verlieren.
00:32:15: Also das ist jetzt nicht so, dass man über irgendwie eine Leiharbeitskraft im negativen Sinne spricht, die halt da zu schlechteren Bedingungen beim Dienstleisten arbeitet und alles daran setzt schnell irgendwo beim OEM unterzukommen.
00:32:31: Ich glaube eher es ist das Gegenteil, dass bei dem Dienstleiste viel breiter eingesetzt werden kann, viele Projekte sehen kann und eben nicht.
00:32:41: Ich habe es vorhin geschildert, Rüstungsprojekte dauern manchmal Jahre oder Jahrzehnte und ich glaube das gibt durchaus Rüstungsprojekte da können sie als Berufseinsteiger einsteigen und als Rentner aussteigen.
00:32:53: wenn man es mal ganz überspitzt darstellen würde und das ist ja auch nicht jeder Mann Sache und ist ja immer die Frage welche Abwechslung Perspektiven habe ich dann auch tatsächlich in so einem eingefahrenen Zustand.
00:33:07: Da haben Sie beim Dienstleister natürlich ein breiteres Betätigungsfeld.
00:33:12: Das bedeutet, dass wäre eventuell dann auch eine Möglichkeit über den Ingenieur-Dienstleister in die Rüstung mal reinzuschnuppern – ich sage es jetzt mal so – und zu schauen wie man das so findet und unter Umständen eben auszubauen.
00:33:32: Thema KI!
00:33:34: Was sagen Sie da spontan, Herr Pöltl?
00:33:38: Wie groß ist das Thema gerade?
00:33:40: Was für Fachkräfte werden da gesucht.
00:33:44: Wo wird es schon eingesetzt?
00:33:45: Also ich denke man muss immer abschichten so ein Thema und am Ende wenn man mal darüber nachdenkt ist KI auch für die Rüstungsindustrie ein Thema um was man nicht herumkommt.
00:33:59: Das, was man natürlich als allererstes denkt sind interne Abläufe und Prozesse.
00:34:05: Da arbeiten natürlich viele genauso mit einem JetGPT oder Co-Pilot oder Ähnlichem um interne Prozisse und Strukturen zu beschleunigen effizienter zu machen.
00:34:15: aber das geht hier gar nicht.
00:34:16: ich glaube KI in der Rüstung hat einen ganz anderen Effekt dass sich heute unter dem Schlagwort Multi Domain Operations verschiedenste Systeme, Datenquellen so miteinander vernetze und diese Daten so schnell in Echtzeit auswerte um ein Lagebild zu generieren.
00:34:37: Und das ist das A&O für den Soldaten, den Offizier, den General eine Entscheidung zutreffen.
00:34:47: Zumindest in Deutschland immer das Schlagwort gilt, meinende Loop.
00:34:50: Also am Ende immer noch ein Mensch eine Entscheidung trifft aber eben viel schneller diese Entscheidung treffen kann weil eben aus vernetzten Systemen verschiedene Daten so aufbereitet werden dass ich eben in Echtzeit sagen kann okay das und das ist die Lage und darauf treffe ich eine Entscheidung.
00:35:08: oder das wird heute mit KI gemacht.
00:35:10: es sind riesen Rechnerleistungen die notwendig sind und somit ist KI nicht weg zu denken als der Rüstungsindustrie.
00:35:16: und genau da solche Spezialisten zu finden, die das Systemverständnis haben, solche Dinge zu vernetzen.
00:35:24: Und dieses Lagebild eben zu erzeugen ist natürlich eine hervorragende Chance für Fachpersonal aus dem IT-Bereich mit dem jeweiligen Hintergrund.
00:35:34: Und Sie bestätigen das Herr Minkner?
00:35:36: Sie haben entsprechende Aufträge...
00:35:40: Ja, natürlich.
00:35:41: Das ganze Thema KI muss man aber vielleicht noch ein bisschen weiterfassen oder ich würde es fast ein bisschen wieder fassen.
00:35:48: Der Fokus ist ja nicht ersetzt der Roboter den Soldaten die Soldat hin sondern vielmehr erst mal das Verständnis dass nahezu jedes militärisches System jetzt Daten und Software oder primär Daten und software getrieben ist, oder in der Zukunft sein wird.
00:36:05: Und daraus resultieren dann natürlich ganz eigene, ganz eigene Profilanforderungen die für die Zukunft dann auch relativ wild werden sollen.
00:36:13: Wenn wir mal konkrete Namen nennen also zum Beispiel ein Embedded Systems Engineer mit KI Expertise das an solche Leute denken sie da?
00:36:25: Oder sind es andere Profile?
00:36:26: Das sind ich würde es quasi hybriden Profil überschreiben.
00:36:32: Das heißt, es wird glaube ich nicht die Lösung sein endlos KI-Ingenieure oder Dateningenieure einzustellen.
00:36:39: Vielmehr wird der Knackpunkt sein Entwicklerinnen und Entwicklern auf allen Ebenen zu haben, die das Verständnis mitbringen und auch die technischen Fähigkeiten mitbringen zum einen Software künstliche Intelligenz oder Datenthemen State of the Art bearbeiten und entwickeln zu können auf der anderen Seite, die aber in physische Systeme integrieren zu können mit einem ganzheitlichen Systemverständnis.
00:37:08: Das ist die Herausforderung – das wird auch in der Zukunft die Herausforderungen sein.
00:37:12: Herr Pöltl, wenn Sie aus Ihrer Sicht gesehen, was kann die Verteidigungsindustrie einem sehr guten Entwickler-Ingenieur bieten?
00:37:24: Unsere klassischen Industrien, wie wir sie kennen vielleicht nicht bieten kann.
00:37:29: Ja sehr viel schneller eine Gesamtsystem Verantwortung zu übernehmen man hat nicht die Chance sich zurückzuziehen und so sagen ich mache nur ne Nische sondern es ist immer der Gesamtansatz und somit komme ich viel schneller in eine Verantwortung Und ich denke, die Rüstungsindustrie so wie sie momentan wächst hat natürlich auch entsprechend schnellere Karrierewege.
00:37:55: Das heißt klassisch habe ich meine Pyramide in der Managementstruktur und wenn das Ganze wächst sind natürlich noch deutlich mehrere Management Positionen gefragt und somit kann ich mich schneller entwickeln, sofern ich halt diese Fußstapfen treten kann.
00:38:13: also kann ja nicht jeder Führungskraft werden, sondern da gehören immer gewisse Fähigkeiten auch mit dazu.
00:38:19: Aber zumindest die Chance ist deutlich höher geworden und ich muss jetzt nicht zehn oder fünfzehn Jahre warten bis mein Abteilungsleiter in Ruhestand geht das ich mal die Chance bekomme abteilungs leiter zu werden.
00:38:30: Sondern es geht natürlich in der Rüstungsindustrie deutlich schneller Und ich sehe auch Sie hatten sie einmal am Anfang in ihrer Frage formuliert Ist das jetzt ein kurzzeitiger Hype?
00:38:40: Oder ist das was langfristiges?
00:38:42: Und ich denke, es ist definitiv etwas langfristiges.
00:38:45: Es ist so dass momentan die Bundeswehr – wenn wir einfach mal in Deutschland bleiben – nur markt verfügbares Material einfach in größerer Menge abruft und einkauft.
00:38:57: die neuen Systeme, die jetzt gefragt werden müssen ja erst entwickelt werden und da entstehen ja denke ich erstmal überhaupt die Bedarfe.
00:39:08: Wir sprechen über Luftabwehr, wir sprechen über Drohnenautonomesysteme, der sich auch per se schon deutlich schneller weiterentwickeln Bedarfe auch am Arbeitsmarkt dadurch generieren.
00:39:22: Und jetzt sprechen wir immer, der Fachbegriff heißt ja Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.
00:39:28: Wenn ich Sie frag, wer ist denn für unsere Verteiligung verantwortlich?
00:39:32: Dann werden die meisten sagen Ja, der Soldat!
00:39:35: Das ist eben absolut falsch.
00:39:37: Es ist nicht das Soldat dafür verantwortliche, sondern wir sind gesamtgesellschaftlich dafür verantwortlich.
00:39:42: Da gehören Dinge dazu... Man spricht von Resilienz als Gesellschaft auch resilient zu sein.
00:39:50: Und wenn Sie sich die Ukraine anschauen, die jetzt vier Jahre lang einen wirklichen Durchhaltekampf führen an der Front aber auch als Bevölkerung gehört eben auch dazu dass man Energieversorgung schützt das man gegen Cyberangriffe geschützt ist.
00:40:08: stellen sie sich doch einfach mal vor das Internet bleibt vier Tage weg.
00:40:11: Da gehen sie nicht mehr zum Discounter, um die Ecke zu einkaufen.
00:40:14: Weil das die Kasse funktioniert nicht, das Warnwirtschaftssystem funktioniert nicht und mit Apple Pay können Sie auch nicht bezahlen.
00:40:20: Und da sind alles Fragestellungen, die es gilt für Deutschland neu aufzubauen.
00:40:25: Wir hatten mal viele Dinge aus dem kalten Krieg Notfallpläne untergleichen entweder in Vergessenheit geraten sind oder eben auf komplett neue Technologie angepasst werden müssen.
00:40:37: Und da bieten sich, denke ich noch ganz viele Möglichkeiten.
00:40:42: über den Berufsfeld nachdenkt erst jetzt kommt durch einen Innenministerium getrieben, dass der Bereich der zivilen Verteidigung eigentlich an den Vordergrund und da sehe ich noch ganze viele superspannende Jobs und Möglichkeiten beruflicher Arata von zu kommen.
00:41:01: Wenn es jetzt doch die Verteidigungsbranche sein soll und nicht die Zivile, welche Frage sollte sich jemand tatsächlich ehrlich beantworten bevor er unterschreibt?
00:41:13: Ja ich habe es anfänglich schon gesagt.
00:41:14: Es ist nicht nur ein nine to five Job.
00:41:18: man muss sich glaube ich als erstes die frage stellen wenn's ernst auf ernst käme bin ich bereit auch ja einfach da mehr zu geben, also sprich sie müssen davon ausgehen wenn Kriegsfall käme dass die Verteidigungsindustrie auf Notfallbetrieb umgestellt wird und im Prinzip vierundzwanzig Stunden gearbeitet wird.
00:41:41: Und das sind schon so Sachen.
00:41:44: ich gebe da mehr als nur.
00:41:47: ich stempel am Morgen um neun Uhr ein und gehe am siebzehnten nach Hause.
00:41:53: Den Punkt muss man sich überlegen und natürlich auch eine Frage aus dem Freundeskreis entsprechend beantworten zu können.
00:42:01: Ja, ich gehe da mit Überzeugung rein weil letztendlich lief er einem Soldaten das bestmögliche Equipment, unsere Werte und Freiheit zu verteidigen.
00:42:11: Der steht letztendlich am Schluss mit seinem Leben an der Frontlinie und er soll halt dann wenigstens das beste Equipement dafür haben.
00:42:19: Und das ist eine Überzeugungssache!
00:42:22: Das muss ich mögen und sagen ja wir brauchen es.
00:42:27: Wir wollen einfach keinen Krieg und den kann ich am besten verhindern indem jemanden, der dran glaubt uns anzugreifen ihm klarmache wenn du das tust wirst du bitter dafür bezahlen.
00:42:42: und es war halt leider schon immer im menschen gedenken die strategie abwehrbereit zu sein und so abschreckend zu sein dass keiner diesen schritt geht.
00:42:53: und das ist ja genau das was wir wollen.
00:42:54: Wir wollen im frieden in freiheit weiter leben und nicht angegriffen werden.
00:43:00: meinen Teil geben und das ist nochmal mehr als nur Job.
00:43:04: Wenn es ihr Kind wäre, was auf einmal einen super Arbeitsvertrag mit nach Hause nimmt aus der Rüstungsbranche?
00:43:11: Welche drei Fragen würden Sie mit ihm klären?
00:43:14: oder ihr?
00:43:15: Sind vielleicht zwei Fragen?
00:43:16: im ersten würde ich jetzt ganz konkret meine Tochter fragen ja möchtest du in dieser Industrie tätig sein?
00:43:23: aber dass ist unabhängig davon ob das Verteidigungsindustrie ist Farmer oder auch Automotive, wenn man sich für etwas entscheidet dann aber tatsächlich auch ganzheitlich und auch mit einer möglichst nachhaltigen Perspektive zum einen.
00:43:37: Und die zweite Frage – das ist vielleicht ein bisschen spezifischer im Verteidigungsbereich – kannst du dir vorstellen diese konkreten Produkte, die dieses Unternehmen herstellt letztendlich zu vertreten und eben nicht nur Nine to Five dort entsprechend Arbeitszeit zu lassen sondern entsprechend weiterzuentwickeln?
00:43:54: und vor allem eine langfristige Entwicklung dort letztendlich zu haben.
00:43:57: Die Fragen würde ich tatsächlich ganz konkret stellen, und das ist vielleicht auch eine Frage oder eine Sache die ich grundsätzlich als Personalberater jedem mitgeben will der Arbeitsvertrag sollte nicht wegen der Zahl die da drin steht unterschrieben werden sondern primär letztendling wegen der Themen die drum herum aufgelästet sind.
00:44:16: Das finanzielle ist ein Hygienefaktor wichtig ja aber es ist in den seltensten Fällen ein guter Ratgeber für eine nachhaltig gesunde Entscheidung.
00:44:25: Jetzt dachte ich schon, wir haben einen super Schlusswort und dann stelle ich fest, Wir haben eines der wichtigsten Sachen vergessen – was verdiene ich da in der Verteidigungsindustrie?
00:44:34: Und was für Benefits gibt es da?
00:44:36: Das möchte ich unbedingt noch ansprechen!
00:44:39: Also grundsätzlich wenn wir in die Verteiligungsindustrie schauen das sind zumeist tarifgebundene Unternehmungen wie wir sie letztendlich auch aus dem Automotivebereich, Zulieferabereich zum Beispiel kennen.
00:44:53: Und da sind die Vergleichbarkeiten absurd gegeben, worauf man sich aber einstellen sollte wenn man jetzt wirklich rein aus dem Automotive-Umfeld kommt dass man vermutlich keine Gehaltssteigerung im ersten Schritt erreichen wird sondern letztendlich gegebenenfalls sogar einen kleinen Rückstritt erst mal in Kauf nimmt.
00:45:13: und dann nochmal das finanzielle soll an der Stelle nicht das ausschlaggebende sein.
00:45:20: Herr Minkner, Herr Pöltel bedanke mich ganz herzlich für das spannende Gespräch.
00:45:24: Vielen Dank!
00:45:25: Sehr gerne.
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