»Wenn die Lieferkette menschelt« - mit Susanne Ertl, VP Sales Distribution EMEA bei TDK

Shownotes

Warum Risiken in der Supply Chain gerne weitergereicht werden, KI nicht der heilige Gral ist und es ohne menschliches Miteinander nicht geht.

Zwischen KI, Risiko und Bauchgefühl: Supply Chain ist längst Hightech, aber Risiken, Verantwortung und Beziehungen lassen sich nicht einfach an Systeme oder KI delegieren. KI kann analysieren, Systeme können optimieren – Verantwortung übernehmen müssen am Ende aber Menschen, ist Susanne Ertl überzeugt.

© Componeers GmbH Intro-Stimme dieses Podcasts wurde KI-generiert. Alle Gespräche und redaktionellen Inhalte sind menschlich produziert.

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00:00:00: Hallo, ich begrüße jetzt heute die Susanne Erdle.

00:00:15: Susanne Ärdle ist Vice-President Sales Distribution Europe bei TDK.

00:00:22: Susane, Susi darf ich sagen wir duzen uns weil wir uns schon so lange kennen?

00:00:26: Ja

00:00:27: es geht heute ums Thema Supply Chain.

00:00:29: das ist ja viel diskutiert, viel gescholten und wir wollen uns jetzt heute mal den nächsten sag ich mal, zwanzig Minuten damit beschäftigen.

00:00:39: Wenn du heute auf die globale Supply Chain schaust sind wir inzwischen besser auf Krisen vorbereitet oder haben wir einfach gelernt mit dem Chaos zu leben?

00:00:51: Sind wir besser vorbereitet?

00:00:53: Nein glaube nicht!

00:00:54: Liegt jetzt aber auch nicht daran dass ich glaube das wir grundsätzlich nicht vorbereitet sind.

00:00:58: Ich glaube einfach dass wir so eine Vielzahl an vielen unterschiedlichen Voraussetzungen haben, dass man sich gar nicht wirklich darauf vorbereiten kann.

00:01:08: Ich würde jetzt sagen wir sind vielleicht Krisenerfahrer geworden weil wir gelernt haben schneller zu reagieren oder eben auch mit der einen oder anderen Krise umzugehen.

00:01:18: aber besser vorbereitet würde ich es ehrlich gesagt nicht nennen.

00:01:22: Du hast ja schon gesagt wir haben ein bisschen Krisen erfahren.

00:01:24: das heißt es impliziert ja schon wie wir alle wissen wir hatten in den letzten fünf sechs Jahren Manikfaltige Krisen, Corona-Ukraine Krieg dauert leider noch an.

00:01:34: Geopolitische Spannungen, jeglicher Couleur Handelskonflikte, Energiepreise... Was ist denn aus deiner Sicht die größte oder sind die größten Gefahren für die stabile Lieferkette?

00:01:47: Also von dem was du jetzt aufgezählt hast, ist es nichts für mich!

00:01:53: Ich glaube, dass alles eine Rolle spielt.

00:01:55: Aber ich glaube die größte Gefahr für mich sind diese unterschiedlichen Abhängigkeiten innerhalb der Lieferkette.

00:02:00: Also ich glaub wir haben... Die Lieferketter ist sehr groß!

00:02:02: Wir haben wahnsinnig viele Akteure.

00:02:05: du kannst sicherlich damit rechnen das die nächste Krise kommt aber die nächste Krise sagt ja noch nicht wie du damit umgehst und deswegen glaube ich, dass die Abhängigkeit des Entscheidende oder des Wichtige sind in dem Bereich

00:02:22: Die Abhängigkeiten meinst du untereinander von...

00:02:25: Genau,

00:02:27: zum Beispiel.

00:02:28: Zum Beispiel also ich habe drei Lieferanten.

00:02:34: bei allen diesen drei lieferanten bezieh' ich das gleiche Bauteil.

00:02:40: Jetzt kriege ich ein Problem und stell fest eigentlich mit diesen drei Liefernanden fühle ich mich super diversifiziert.

00:02:48: jetzt stelle ich aber fest die beziehen alle von der gleichen Rohstoffquelle oder alle vom gleichen Vorlieferanten.

00:02:54: So, damit habe ich keine drei Supply Chains sondern ich hab eine große Abhängigkeit.

00:03:00: Okay also sprich letztlich muss man ja dann zurückgehen in den Rohstoffabbau bis zu hin zu seltenen Erden etc.

00:03:07: und so weiter.

00:03:08: Kupfe aber je nachdem was benötigt wird

00:03:10: zum Beispiel ja oder eben halt auch einfach nur.

00:03:15: Vielleicht hat der Vorlieferant ein Problem, es muss ja nicht zwangsläufig Großstoffproblem sein.

00:03:19: Wenn der Vorlieferant aus irgendwelchen Gründen nicht liefern kann.

00:03:22: seine Produktion steht still.

00:03:23: wie auch immer dann habe ich auch da eine Abhängigkeit und das lässt sich weiter spinnen über die komplette Wertschöpfungskette hinaus.

00:03:33: Wie viel Resilienz kann sich und will sich an Unternehmen überhaupt leisten?

00:03:38: wobei Ich jetzt natürlich schon raushöre, es hängt nicht alles von der finanziellen Möglichkeiten ab.

00:03:43: Weil auf die Rohstoffe habe ich zum Teil überhaupt keinen Einfluss.

00:03:47: Aber wenn wir mal das ganz kurz außer Acht lassen und sagen gut, das kann ich nicht beeinflussen aber was kommt danach?

00:03:53: Wie viel Resilienz aus deiner Erfahrung kann sich ein Unternehmen überhaupt leisten?

00:03:58: Du sitzt in deiner Position ja auch so bisschen bis beim Hersteller hast aber quasi ... Das Auge auf den Sales, die Distribution Du sitzt da schon so ein bisschen in der Mitte.

00:04:11: Wie ist deine Erfahrung?

00:04:12: Was kann sich ein Unternehmen und will sich ein Unternehmer an Resilienz leisten?

00:04:17: Also ich glaube grundsätzlich, es geht's in unserer Branche immer erst mal um den günstigsten Preis.

00:04:22: Ich meine das kennen wir alle.

00:04:26: Resilience is jetzt für mich nicht zwangsläufig teuer.

00:04:31: also da spielen jetzt unterschiedliche Themen für mich eine Rolle.

00:04:34: Auf der einen Seite hast du natürlich teure Hebel wie zum Beispiel Wir bauen jetzt mal unser Lager komplett auf und schauen einfach, dass wir alle Bauteile verfügbar haben.

00:04:45: Ich glaube letzte Woche habe ich gelesen in der Markt- und Technik, da hat einer gesagt inventory is insurance.

00:04:54: Wenn du das machst natürlich kostet das Geld wenn du das aber genauso machst wie du es privat halt auch machst dich nämlich nicht gegen alles was irgendwie möglich ist zu versichern sondern halt gegen die Themen die für dich wichtig sind dann macht sie wieder Sinn.

00:05:08: So kostet aber natürlich Geld.

00:05:11: Dann gibt es ja auch andere Hebel, die jetzt vielleicht nicht so viel Geld kosten wie zum Beispiel ich schau dass ich eine Second Source habe verringert mein Risiko.

00:05:20: Ich schaue da sich mehr Transparenz über die Lieferkette haben.

00:05:24: also wo hab' ich dann eigentlich Risiken?

00:05:28: Oder ich verwende einfach Standardbauteile zb.

00:05:30: Ja da ist vielleicht die Chance höher das ich sie eben durch unterschiedliche Quellen beziehen kann.

00:05:35: Das heißt ist es zwangsläufig teurer?

00:05:37: Nee Und wenn man jetzt mal ganz ehrlich ist, also so ein Bandstillstand ist auch kein Schnäppchen.

00:05:44: Oder?

00:05:44: Ja das ist natürlich wahr und deshalb ist es immer relativ was teueres und nicht.

00:05:49: aber wir haben ja auch immer viel diskutiert.

00:05:53: in den Supply Chain Fohren wo du auch dabei warst mit den Mittelsupptoren mit Herstellern muss man die Lieferkette zum Beispiel mehr wieder von Asien nach Europa holen wo man's überhaupt kann gar nicht in jedem Bereich.

00:06:08: Und dann wird plötzlich aus dem Global Sourcing wieder ein Regional Sourcing?

00:06:12: und ist es so, dass man festgestellt hat jetzt nach Corona wir sourcen?

00:06:20: oder einfach auf Deutsch gesagt wir kaufen wieder eher regional?

00:06:25: Oder wird am Ende dann wieder da gekauft wo's am günstigsten ist?

00:06:28: weil das ist ja dann schon oft so, Wie ist da deine Meinung dazu?

00:06:35: Also weil du das Hersteller-Thema vorangesprochen hast, glaube ich kann nicht sagen.

00:06:38: Als Hersterler kann ich jetzt schon eine zweite Fabrik bauen oder mal eine Fabrik bauen.

00:06:43: was sich aber jetzt mir nicht aus den Rippen schneiden kann is ein industrielles Ökosystem oder des Knowhow der sich braucht ja oder eben auch ein entsprechendes Lieferanten Netzwerk.

00:06:56: Das kann hier nicht einfach mal schnell aus dem Boden stampfen.

00:06:58: so dann wie du sagst wer es tatsächlich am Ende bereit dafür zu bezahlen.

00:07:04: Und wenn ich jetzt sage Made in Europe, oder ich gehe wirklich auf das Regionale und sage Made In Europe.

00:07:09: Also nur made-in-Europe ist ja auch noch keine Supply Change Strategie.

00:07:14: Insofern glaube ich geht es schon darum dass es diversifiziert bleibt also global da wo's eben effizient ist und regional da was halt strategisch sinnvoll ist.

00:07:25: Also siehst du dieses Bashing?

00:07:27: Dass man sagt Ja man muss alles wieder nach Europa zurück holen.

00:07:30: Das die Themen hat man in den letzten Jahren ja immer mal.

00:07:33: Das siehst du jetzt irgendwie eigentlich als Augenwischerei, oder?

00:07:36: Ja

00:07:36: also so wie du es am Anfang gesagt hast.

00:07:38: Also eine über Jahre, Jahrzehnte hochkomplex aufgebaute Wertschöpfungskette mal kurz zu verlagern das geht halt nicht.

00:07:47: Also ich halte für Augenwischerrei

00:07:50: Es scheitert dann ja auch an den seltenen Erden die wir zum Großteil gar nicht haben oder nicht abbauen können oder wie immer genau.

00:07:57: Ja gut wir haben's halt nicht und das ist dann ja.

00:08:02: Du kannst natürlich schauen, dass dein Lieferant aus Europa kommt.

00:08:06: Aber wenn du dann nicht berücksichtigst, dass die Lieferanten vorher halt vielleicht nicht aus Europa kommen, dann lügst du dir ja in die eigene

00:08:14: Tasche.".

00:08:15: Ja ich glaube da muss man sich ehrlich machen oder?

00:08:18: Du hattest ja gerade vorhin schon mal erwähnt das eben eine stillstehende Produktion auch kein Schnäppchen ist hast du so schön plakativ gesagt.

00:08:29: Es ist ja grundsätzlich so, dass wenige fehlende Bauteile an eine komplette Produktion stoppen können.

00:08:36: Wie entscheidest du?

00:08:37: Wie entscheidet ihr bei TDK welche Komponenten strategisch abgesichert werden müssen und welchen nicht?

00:08:45: Also das ist relativ schwierig zu beantworten weil es kommt immer darauf an.

00:08:49: welche Informationen habe ich zur Verfügung?

00:08:51: also jetzt mal ganz plakativ gesagt ein wir machen passive Bauteilen In der Regel C-Teile.

00:09:01: Ein C Teil kann ganz schnell mal ein A Risiko werden, wenn du es eben nicht auf dem Schirm hast wie abhängig du von anderen bist oder wie kritisch das ist.

00:09:10: Das heißt für mich kommt erst einmal drauf an Wie kritisch ist mein Bauteil für meinen Kunden letztendlich?

00:09:18: Wenn ich die Information habe, kann ich damit arbeiten und wenn ich sie nicht hab, kann auch nichts absichern.

00:09:23: Und wie viel Transparenz Haben Unternehmen eigentlich heute wirklich über ihre Liebverkette, weil das ja oft leicht nicht so des Gelbe vom Ei.

00:09:34: Ja also ich sag zu wenig Grundsätzlich zu wenig aber ich glaube Transparenz ist auch nicht das einzige was es braucht.

00:09:42: Also du kannst so viel Transparens haben wie du willst.

00:09:44: wenn du nachher nicht weißt was mit der Transparents machen sollst dann passiert dir auch nichts.

00:09:48: also Du weißt dass sich am Markt etwas verändert Und du weißt, du hast ein Problem.

00:09:54: Was leite ich

00:09:55: daraus ab?

00:09:55: Genau!

00:09:57: Wenn ich weiß, ich habe ein Problem aber noch nicht weiß was sich jetzt mit der Transparenz macht dann schaue ich ja einfach nur zu wie dieses Problem auf mich zukommt und dann sind halt drei Monate rum und ich hab nix gemacht.

00:10:06: Und das Problem ist trotz aller Transparens immer noch da.

00:10:10: Ja was machst Du dafür?

00:10:11: Erfahrungen sind die Unternehmen.

00:10:12: also wenn sie die Transpärenz haben es ist dann so Hochhilfe...

00:10:17: Also ich habe das Gefühl Dass die Transparenz erst schon gar nicht da ist, weil ich glaube dass viele von uns und ich sage jetzt bewusst von uns als Akteure in der Lieferkette immer irgendwie versuchen das Risiko von sich selber zum nächsten zu schieben.

00:10:34: Und es fängt halt alleine schon damit an, dass ich eben nicht bereit bin viel Geld oder Geld für Resilienz auszugeben Wie gesagt, es muss ja nicht viel sein.

00:10:44: Aber ich glaube auch nicht dass die Bereitschaft grundsätzlich gegeben ist.

00:10:48: Ausgaben wofür?

00:10:49: Also da ist natürlich dann das Allheilmittel.

00:10:51: unser alleraktuelles Allheimittel ist ja dann auch die Digitalisierung und dahingehend oder darüber hinausgehend dann die künstliche Intelligenz.

00:11:00: Die soll dann prognostizieren, die Nachfrage prognoszieren riesigen Erkennen und Bestände optimieren.

00:11:07: Also so das versprechen.

00:11:08: ich muss auch sagen ich bekomme gerade ganz viele Artikel angeboten Themen angebotene Interviews geboten zum Thema wie KI im Einkauf mitspielen kann Wie KI bestände optimiren kann.

00:11:21: Also ich stelle mir die Frage, wie das genau funktionieren soll.

00:11:24: Ist KI wirklich für diese Appli-Chain der Game Changer oder wird da einfach zu viel versprochen?

00:11:30: Weil die KI an sich ist ja auch nur... ...das was ihr gefüttert wird am Ende des Tages, was hier beigebracht wird

00:11:39: Ich!

00:11:40: Wie soll ich denn das jetzt

00:11:41: haben?!

00:11:43: Einfach gerade

00:11:44: raus.

00:11:44: Also erstmal muss ich sagen, ich finde KI super!

00:11:48: Ich spiele mich auch viel damit und versuche dieses ganze Prompten um das es immer geht zumindest mal ein bisschen zu üben oder in unterschiedliche Richtungen auszuprobieren.

00:11:57: Aber nicht egal in welchem Bereich die KI der Heilige Graal ist.

00:12:04: Ganz viele Daten zur Verfügung, jedes Unternehmen inzwischen hat wahnsinnig viele Daten zu verfügungen.

00:12:09: Ich glaube auch dass die KI uns helfen kann bestimmte Zusammenhänge schneller zu erkennen oder vielleicht auch Muster zu erkennen besser zu planen.

00:12:19: Alles das mit Sicherheit ja aber ich glaub die KI gibt dir jetzt noch nicht die Lösung zu allen Problemen.

00:12:25: und dann wie mit allen anderen oder in allen anderen Bereichen auch ja steht in steht out.

00:12:29: wenn die Daten halt auch nix taugen dann ist es Ergebnis halt auch schon.

00:12:33: Darf ich fragen, verwendet ihr KI in der Planung?

00:12:36: Wir verwenden KI.

00:12:37: Also ich bin mir jetzt nicht ganz sicher ob wir es wirklich in der Produktionsplanung verwenden aber im Vertrieb verwenden wir KI auf jeden Fall und tasten uns da eben auch durch unterschiedliche Möglichkeiten und Tools im Moment was am besten funktioniert und was eben nicht funktioniert.

00:12:54: Ja gut also Fakt ist Game Changer momentan noch nicht oder?

00:12:58: Ich glaube nicht!

00:12:59: Ich glaube, das dauert noch, wenn es denn überhaupt so sein wird.

00:13:05: Okay.

00:13:06: Wir waren mal gespannt, weil wir in einem Jahr widersprechen, ob dann ... Vielleicht die KI das Gespräch mit dir führt?

00:13:12: Ja vielleicht!

00:13:14: Schauen

00:13:14: wir mal.

00:13:16: So eine provokante Frage ist just in time tot oder ist es nur tot, wenn man es falsch versteht?

00:13:24: Naja also jetzt müsste ich wissen was es falsch versteht.

00:13:27: aber ist es tot?

00:13:29: Nee glaub ich nicht.

00:13:31: Als Hersteller, ich habe keine Lust und kann auch nicht erstmal.

00:13:35: Also ich kann meine Produktionskapazitäten zum Beispiel nicht mal schnell rauf-und runterfahren wie ich gerade Bock hab.

00:13:40: das geht nicht.

00:13:42: Ich habe auch keine Lust jedes beliebige Bauteil in jeder beliebigen Menge mir aufs Lager zu legen.

00:13:49: Das ist nicht meine Aufgabe als Herstella Aber dafür arbeite ich ja mit den Distributoren Und ich glaube es ist deren Aufgabe.

00:13:58: Jetzt haben wir vorher schon gesprochen oder ich habe kurz gesagt, dass das Risiko weitergegeben wird.

00:14:04: Ich glaube auch, dass es oft so ist wenn man über die Distribution spricht.

00:14:08: also ich glaube solange man das nicht falsch versteht und jetzt den Distributor als kostenloses Lagerhaus der Industrie nutzt ja, solange kann das auch weiterhin funktionieren?

00:14:19: So wie in der Vergangenheit auch.

00:14:22: nur ich glaub halt, dass die finanziellen Möglichkeiten Ja man hat den Eindruck es wird viel mehr wirklich auf den Zahn gefühlt, ob der Lagerbestand so sein muss etc.

00:14:35: Es wird alles optimiert einfach.

00:14:36: Vielmehr als früher stelle ich fest.

00:14:38: Egal ob jetzt bei Börsennotierten Distributoren oder bei Inhabergeführten, weil eben nicht Börse notierte Distributtoren... Also es wird schon sehr genau hingeschaut ja die einen schließenden Anlager jetzt auch in.

00:14:52: wir wissen alle wer gemeint ist.

00:14:57: Insofern, ja es ist halt die Frage.

00:15:00: Das Trust in Time ist das jetzt noch die Aufgabe, die der Sita-Distributor sich als derjenige, der dieses Trust in time gewährleisten soll, garantieren soll?

00:15:10: Ich weiß noch Dietmar Jäger von TDK, dein Kollege hat immer gesagt, die Distributoren sind Aufgabe der Distributtoren genau das zu tun und dafür sind sie da.

00:15:20: Also ich glaube heute hat die Distribution natürlich wesentlich mehrere... unterschiedliche Funktionen aber für mich ist es trotzdem eine der Kernfunktionen eines Distributors.

00:15:30: Und auch der Distributor ist ja nur so gut wie die Information, die er bekommt.

00:15:35: und so viel wieder zum Thema Transparenz wenn er weiß wo eben Abhängigkeiten bei Kunden bestehen auf was er sich konzentrieren muss.

00:15:45: Ja und wo eben auch diese Leistung des Distributoren wertgeschätzt wird, insofern als dass man vielleicht auch bereit ist dafür Geld zu bezahlen.

00:15:55: Wenn ich es mir selber aufs Lager legen muss, kostet's mich auch Geld?

00:15:58: Naja natürlich!

00:16:00: Dann hat einfach was mit Resilienz zu tun und dann ist es meiner Meinung nach Kernaufgabe eines Distributors.

00:16:06: Dafür zu sorgen das Chestin Time nicht tot ist aber es muss auch bezahlt werden, muss man auch ganz klar sagen.

00:16:11: Es is eine Serviceleistung

00:16:15: Genau, vielleicht noch mal ganz kurz als Erklärung für unsere Hörer.

00:16:19: Just In Time ist einfach wirklich wenn die Ware auf den Punkt ans Band zum Beispiel kommt.

00:16:25: Man hat dann oft nur ein sehr begrenztes Zeitfenster

00:16:27: etc.,

00:16:28: also wenn das nicht schon einen Monat voraus bei mir in der Produktion im Lager liegt sondern wenn es relativ punktgenau in einem gewissen Zeitfenstern kommt.

00:16:38: Was wird deiner Meinung nach in fünf Jahren der entscheidende Wettbewerbsvorteil in der Supply Chain sein?

00:16:44: Es ist Preis, es ist Geschwindigkeit.

00:16:47: Ist es Technologie oder einfach die Fähigkeit mit Unsicherheit umzugehen?

00:16:53: Also ich glaube was hast du gesagt?

00:16:54: Preis, Geschwindigkeiten, Technologie... Das sind Sachen die sicherlich immer wichtig sein werden.

00:17:01: aber ich glaube der beste Preis hilft mir nichts wenn ich nachher das Bauteil nicht rankriege.

00:17:05: oder Die beste Technologie hilft nichts, wenn ich sie nicht skalieren kann.

00:17:09: Und wenn ich mich in die falsche Richtung bewege und es schnell tue, dann ist das auch nicht richtig.

00:17:14: Das heißt für mich ist es eher das Letztere also des Thema Anpassungsfähigkeit.

00:17:18: Je schneller ich auf Unsicherheiten und Veränderungen reagieren kann, desto wertbewerbsfähiger bin ich am

00:17:24: Ende.".

00:17:26: Zum Schluss so eine fast persönliche Frage!

00:17:29: Wenn du heute eine einzige Regel in der Supply Chain abschaffen oder neu erfinden dürftest?

00:17:36: Welche wäre das?

00:17:38: Schwere Frage!

00:17:40: Ich glaube, ich habe es vorhin schon gesagt.

00:17:42: Ich finde es relativ schwierig gerade in der jetzigen Zeit wenn wir viele Veränderungen haben dass eben des Risiko nicht auf mehrere Schultern verteilt wird und jeder die Aufgabe übernimmt für dir in der Wertschöpfungskette ursprünglich gedacht war sondern eben wirklich... das Risiko halt von einem zum anderen weitergeschoben wird.

00:18:03: Und deswegen ist es für mich das Thema Transparenz und Zusammenarbeit, also ich würde mir mehr Transparens und vor allem zusammen Arbeit ehrliche Zusammenarbeit wünschen und damit kann auch jeder seine Aufgabe erfüllen.

00:18:14: Dann hoffen wir einfach mal dass es wieder dahingehend sozusagen sich ein bisschen neu erfindet.

00:18:22: das ganze weil dieses immer Risiko weiterschieben

00:18:25: etc.,

00:18:26: das finde ich was in den letzten fünf sechs Jahren zugenommen hat.

00:18:30: Also es ist eben auch mein Empfinden.

00:18:32: Ich könnte jetzt nicht belegen, aber ich empfinde das so und finde es eigentlich sehr schade ehrlich gesagt.

00:18:37: Ja, ich stelle es einfach fest weil ich das Thema ja schon sehr lange betreue und ich habe einfach den Eindruck dass es die letzten Jahre nur noch darum geht wer so ein bisschen gegenseitig ist Fingerpointing derer Schuld, der er Schuld, aber im Endeffekt muss man irgendwie auch mal bereit sein dafür einzustehen.

00:18:55: Ja, und ich merke es daran, dass mein Alltag sich tatsächlich auch entsprechend verändert hat.

00:19:01: Also wenn ich überlege wie viele Eskalationen ich heute betreuen muss sage ich mal bei denen's eben dann genau da drauf hinausläuft.

00:19:08: ja also das ist dann eben auch ein vom einen zum nächsten Schieben-und Fingerpointing und das ist glaube ich einfach nicht... ...es ist schade und es ist nicht nötig.

00:19:18: Und vielleicht ganz zum Schluss die Politik versucht immer noch wirklich gar nicht zum Schluss?

00:19:24: Vorher eigentlich schon nicht das Frage.

00:19:28: Die Politik versucht ja immer so ein bisschen jetzt zu regeln, jetzt auch wieder und so weiter und sofort mit Lieferketten gesetzen aber das lässt sich auch nicht regeln.

00:19:39: Das ist genau darauf wollte ich hinaus.

00:19:43: Man kann hundertmal neue Gesetze schaffen.

00:19:45: Das liegt in der Persönlichkeit dann der Gesellschaft vielleicht?

00:19:50: dass man weniger bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

00:19:53: Ja und ich glaube es geht auch darum, dass man einfach verstehen muss das nicht jeder jemandem was Schlechtes will sondern dass mal einfach wenn man zusammen arbeitet halt vielleicht mehr erreicht.

00:20:03: ja wie heißt so schön immer the most generous interpretation

00:20:07: Das ist ein schöner Schlusssatz.

00:20:10: Dann herzlichen Dank Susanne Dass du heute da warst Und für das Gespräch

00:20:16: Vielen Dank hat mir sehr viel Spaß gemacht.

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