Lohnt sich Elektrotechnik im KI-Zeitalter noch? Prof. Patrick Glauner über Studium, Karriere und die Jobs der Zukunft
Shownotes
Deutschland hat zu wenig Ingenieurinnen, Ingenieure und Informatiker – aber wie lange gilt das noch? Das fragen sich aktuell viele Schulabgänger. Denn KI schreibt Code, automatisiert Routinetätigkeiten und verändert den Arbeitsmarkt in rasantem Tempo. Welche Fähigkeiten langfristig über den Berufserfolg entscheiden, darüber spricht Corinne Schindlbeck mit KI-Experte Prof. Dr. Patrick Glauner.
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Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:12: Herzlich willkommen zu Generation KI, der Karriere Talk.
00:00:17: Viele Menschen fragen sich zurzeit, studiere ich das richtige?
00:00:22: Beziehungsweise mein Beruf bereitet er mich auf was vor womit in zehn, zwanzig Jahren noch ein Auskommen habe denn die KI schreitet rasant voran und produziert auch so etwas wie Ängste.
00:00:37: Jetzt ist die Frage, wir sind ja ein Fachmedium.
00:00:40: Betrifft das auch die Elektrotechnik beziehungsweise die Informatik?
00:00:44: Und da habe ich mir heute einen Experten eingeladen.
00:00:47: Das ist Herr Prof.
00:00:48: Glauna, Professor Dr.
00:00:50: Patrick Glauna.
00:00:50: er ist Professor für Künstliche Intelligenz an der Technischen Hochschule Deggendorf und einer der profiliertesten Experten auf diesem Gebiet.
00:01:00: Herr Professor Glauna wie würden Sie diese Frage beantworten?
00:01:04: Lern ich heute in E-Technik oder Informatik womöglich für einen Beruf, den es in zehn Jahren so nicht mehr gibt?
00:01:11: Ja die Berufe verändern sich dramatisch durch KI eigentlich.
00:01:15: Jede Branche wird verändert und so verändern sie natürlich die Berube.
00:01:21: Es ist gar nicht so sehr dass die KI jetzt alle Menschen arbeitslos macht.
00:01:25: aber diejenigen die KI einsetzen ersetzen halt diejenigen, die KI nicht nutzt.
00:01:31: Produktivität steigt.
00:01:33: Das hat riesene Auswirkungen, zum Beispiel auf Informatiker.
00:01:36: Weil ich eben Quellcodes zu einem gewissen Grad generieren kann.
00:01:40: Was machen dann die Software-Entwickler?
00:01:43: Ja und es gibt noch viele andere Aufgaben in der Softwareentwicklung.
00:01:46: Es geht vielleicht darum, Dinge besser zu beschreiben, teilweise zu generieren oder zu testen.
00:01:52: Ich brauche weiter die Menschen aber mit anderen Profil.
00:01:56: Genauso auch der E-Techniker, natürlich auch viel der E Techniker im Bereich Software, Hardware Entwicklung tätig.
00:02:02: Wenn wir uns jetzt mal vorstellen, ich kann mit generativer KI schöne Bilder, schöne Videos generieren.
00:02:09: Aber vielleicht kann ich damit auch Schaltpläne generieren und dann muss der E-Techniker eben viel besser formal beschreiben was man möchte und kann das dann generieren?
00:02:19: Muss aber natürlich auch verstehen wie steckt was steckt dahinter wie funktioniert die KI?
00:02:24: Und das große Problem ist wenn die Studiengänge immer noch so aussehen wie vor dreißig Jahren oder länger wo eben diese Realität nicht abgebildet wird.
00:02:33: Da hatten Sie jetzt gerade eine Veranstaltung beim Stifterverband und wenn man Ihnen auf LinkedIn folgt, dann kann man ja auch ab und zu lesen dass sie bestimmte Sachen kritisieren.
00:02:43: Und wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann sagen Sie auch Eine große Gefahr ist nicht unbedingt die KI Sondern ein veraltetes Studium was da womöglich mit der Entwicklung nicht ganz Schritt halten können.
00:02:54: Können Sie das vielleicht ein bisschen näher ausführen?
00:02:56: Ja sehr gerne.
00:02:57: Vergangene Woche hatte der Stifterverband eine Future Mint-Konferenz in Berlin organisiert, bei einer sehr schönen Räumlichkeit im Ariansforum neben dem Brandenburger Tor.
00:03:08: Dann ist darum wie kann man das MINT Studium für die Zukunft aufstellen?
00:03:12: Ausdrücklich nicht nur Informatik und E-Technik, Maschinenbau, Naturwissenschaften, Technik... Und es war sehr spannend!
00:03:20: Das waren so zweieinhalb Teilnehmer überwiegend Mitglieder von Hochschulleitungen aus ganz Deutschland Partikane, aber auch ein paar Studenten.
00:03:28: Firmentvertreter hat mir sehr gefallen und ich habe die Keynote gehalten wo ich bisschen auch mal provozieren wollte, bisschen anecken wollte.
00:03:36: Ich gab aber tolle Diskussionen mit den Teilnehmern oder auch mit den Studenten.
00:03:41: haben zum Beispiel Studenten berichtet dass sie in ihrem Studium kein einziges Projekt hatten sondern eigentlich nur Coursework also Übungsaufgaben die vermutlich schon lange so aussehen.
00:03:54: Ich glaube, man wusste auch immer ein bisschen natürlich Unterscheidend zwischen den Hochschulen und den Universitäten.
00:03:59: Wir haben ein bisschen unterschiedliches Ausbildungsziel.
00:04:03: dieser Student der Meinung, er hatte noch nie irgendein Projekt.
00:04:06: Der kam dann auf von einer Uni oder vielleicht an den Fachhochschulen jetzt hochschulen etwas anders.
00:04:12: aber auch da gibt es an vielen Stellen sicher Nachholbedarf und war natürlich viele Mitglieder von Hochschulleitungen und Dekane dabei die auf ihre Sichten geschildert haben Und es ist vielen bewusst, dass was passieren muss.
00:04:26: Und je nach Hochschule ist man halt unterschiedlich weit diese Veränderungen abzupillen.
00:04:31: Wenn die Professoren der Meinung sind da muss etwas passieren?
00:04:35: Was muss denn passieren?
00:04:36: oder wo sagen denn die Professorin selbst?
00:04:38: Man isst vielleicht hinten dran!
00:04:40: Ja, die Professuren waren ja wenig dabei sondern vor allem wieder der Hochschulleitungen, die zwar in aller Regel auch Hochschullärer sind aber... überwiegend natürlich jetzt mit Verwaltungstätigkeiten ausgelastet sind.
00:04:53: Ich glaube der erste Aufschlag dieser Konferenz mal zu zeigen, es muss was passieren war für manche vielleicht neuer als für andere aber das wir natürlich mit dem Studium die jungen Menschen auf eine Karriere vorbereiten müssen im Arbeitsmarkt der noch viel brutaler wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Das ist glaube ich immer mehr Leuten bewusst.
00:05:14: Natürlich gibt es dann auch Unis, die sagen das ist gar nicht unsere Aufgabe und wir bilden für die Wissenschaft aus.
00:05:20: wenn aber neunzig Prozent der Absolventen oder so am Studium dann doch in die Industrie gehen und nicht in der Wissenschaft bleiben kann man sich nicht darauf berufen sein man wird nur für die Wissenschaft ausbilden.
00:05:31: da sind natürlich die Hochschulen wesentlich näher.
00:05:33: dass das auf meinen mit je viel näher an der Praxis.
00:05:38: Aber Das ist halt die Frage, wie integriert KI in Studiengänge jenseits der Informatik?
00:05:46: Aber wenn Sie jetzt sagen oder anders gefragt heißt es ich muss mir jetzt auch die Hochschulen bzw.
00:05:54: Universitäten ganz besonders gut anschauen damit ich nicht womöglich an einer Hochschule lande die eventuell noch veraltete Methoden haben.
00:06:03: Absolut!
00:06:05: Einer meiner bekannten Das war früher einer meiner Kollegen in Genf am Zern, also der europäischen Organisation für Kernforschung.
00:06:13: Er hatte an einer süddeutschen Uni vor fünfzig Jahren Maschinenbau studiert und er meinte zu mir wenn er heute dort wieder hingeht sieht das Studiengang so aus wie damals.
00:06:22: es ist halt jetzt den Bachelor und Master aufgeteilt und da sind großes Problemen.
00:06:26: wenn man natürlich selbst programmieren eine absolut unergeordnete Rolle spielt braucht man dann gar nicht erwarten, dass die ganzen anderen Dinge, die oben drauf kommen.
00:06:34: Digitalisierung, KI, Cyber-Sicherheit da reflektiert wird?
00:06:39: und ja, die Gefahr ist das wenn man so einen Studiengang belegt, dass man für die Arbeitslosigkeit ausgebildet hat.
00:06:46: Also Sie haben jetzt ein bisschen Einblick.
00:06:48: vielleicht können sie den jungen Leuten, die da vielleicht zuhören, ein bisschen Orientierung geben?
00:06:53: Worauf müsste ich achten?
00:06:55: oder sollte ich achte damit das Ganze ... damit ich nicht Zeit verschwende oder womöglich in eine falsche Richtung galoppiere.
00:07:05: Ja, also wichtig ist natürlich ein weiterhin vernünftiges Grundlagenfundament zu erlernen.
00:07:11: Also wenn ich E-Technik mache muss sich weiter natürlich Mathematik lernen, muss die relevanten Module belegen, Wechselstrom, Gleichstrom, physikalische Grundlagen.
00:07:22: das ist natürlich zwingend notwendig aber dann auch Anwendungen davon, aber eben halt auch wie ich spiele.
00:07:28: Digitalisierung, KI eine Rolle, Cyber-Sicherheit diese Dinge vielleicht sogar hin bis zu Quanten Computing weil das sind alles Themen die halt diese Branche in den nächsten Jahren Jahrzehnten weiter verändert muss aber weiter die Grundlagen beherrschen das ist gar keine Frage.
00:07:44: und am besten auch schauen sind die Professoren aus der Praxis haben die reale Erfahrung.
00:07:50: ich glaube sowas ist wichtig.
00:07:54: Trends sind wichtig.
00:07:55: Man sollte aber natürlich nicht nur auf Trends gucken, KI ist jetzt möglicherweise kein Trend wieder verschwindet.
00:08:00: Es gibt ja teilweise so extrem spezialisierte Studiengänge.
00:08:04: das kann vielleicht im Master's sinnvoll sein dass im Bachelor-Umfeld so sinnvoll ist.
00:08:09: es dann wiederum eine Frage wenn man in Bachelor vernünftige Grundlagen lernen soll weil da muss KI und Digitalisierung auch ne Rolle spielen solche extrem spezialisierten Studiengange sondern vielleicht im Masters sinnvoll.
00:08:24: Ich davon ausgehen kann, dass bestimmte Tätigkeiten in Zukunft zunehmend von KI ersetzt wird.
00:08:30: Kann ich vielleicht auch die richtigen Schwerpunkte im Verlauf des Studiums setzen?
00:08:35: Also dann beim Master zum Beispiel nach einem Bachelorstudium.
00:08:38: können Sie da ein bisschen helfen, welche Fachbereiche Spezialisierungen sagen sie sind zukunftsträchtig und wo würden sie vielleicht ein bisschen Vorsicht walten lassen?
00:08:50: Ja solche Empfehlungen sind natürlich immer etwas kritisch, dass sonst fühlt sich mal jemand angesprochen.
00:08:56: Aber ohne da jetzt vielleicht konkrete Studiengänge zu nennen und einfach gucken im Bachelor vernünftiges Fundament aber auch mit Ausblicke in die Zukunft das man KI dann beherrscht digitalisierung programmieren.
00:09:09: An dem Master kann man sich natürlich schon mehr spezialisieren.
00:09:14: Da ist es vielleicht ganz gut wenn man halt auch im Bachelor mal Praxiserfahrung gesammelt hat bevor man an den Master eine gewisse Richtung geht, was es natürlich gibt sondern auch so Studiengänge wie KI und Mechatronik als Master.
00:09:26: sowas finde ich zum Beispiel extrem spannend.
00:09:29: Gerade für jemand der dann entweder in Informatik oder Maschinenbau oder E-Technik den Bachelor gemacht hat kann dann sowas nochmal im Master verbinden.
00:09:37: Ich glaube das ist ne ganz tolle Sache.
00:09:40: aber halt genau anschauen.
00:09:42: und was halt vielleicht nicht mehr so sinnvoll ist sind Studiengange die dann nur noch sagen wir, die Grundlagen behandeln nur noch Themen von vor Jahrzehnten.
00:09:52: Also vielleicht dann nur reine Elektrotechnik, reine Mechanik ohne jegliche Digitalisierungsimpulse – das ist vielleicht nicht mehr so sinnvoll?
00:10:01: Okay!
00:10:01: Wenn Sie jetzt niemanden auf die Füße treten wollen was ich verstehe, dann frage ich vielleicht mal von der anderen Seite welche Tätigkeiten werden denn durch KI tatsächlich verschwinden und welcher eher an Bedeutung gewinne?
00:10:14: Also was sind Routine-Aufgaben, wo sie sagen die werden eher verschwinden.
00:10:19: Wie ist es mit Softwaretest?
00:10:20: Wie ist's mit Dokumentationen?
00:10:22: Was ist mit Programmierung finde ich ganz spannend.
00:10:25: das heißt der oft Einsteiger also junge Informatiker finden schon gar keinen Job mehr weil DKI schon so gut programmieren kann.
00:10:32: Was sagen Sie?
00:10:34: ja also meine Absolvent und finden beide hin sehr gute Jobs.
00:10:36: sich glaub hängt da mal ein bisschen davon ab wo man dann studiert hat.
00:10:40: Programmieren weiter eine ganz wichtige Kompetenz.
00:10:44: Man wird vielleicht in Zukunft weniger dann im Programmierspracherson so implementieren, wie man das bisher getan hat.
00:10:51: aber wenn wir dann durch KI mehr generieren beschreiben wir formaler und entsprechend steigt die Abstraktions-Ebene.
00:10:59: genau das macht man ja eigentlich schon immer in der Informatik.
00:11:03: Man hat mal angefangen irgendwelche Relais miteinander zu verkleben Dann kamen irgendwann Assemblersprachen und so weiter.
00:11:12: Und dann C, C++ usw.
00:11:14: Von daher die Abstraktionsebene hat zugenommen.
00:11:17: das wird auch weiter der Fall sein.
00:11:19: aber ich muss weiterhin natürlich diese Denkprozesse verstehen wie Lösigprobleme.
00:11:23: was für algorithmische Konzepte gibt es um Probleme zu lösen?
00:11:27: Dann ist eben halt auch entsprechend beschreiben kann dass sich auch den Output weiter prüfen können.
00:11:33: sie haben jetzt Tests erwähnt vielleicht noch viel mehr auch in Testdenken als Woche, dass ich viel mehr Tests beschreibe.
00:11:39: Vielleicht sogar aus den Tests dann den Quellcode generiere.
00:11:42: das ist auch so ein Ansatz der immer beliebter wird und Dokumentation kann natürlich durch eine KI zu einem Grad erfolgen aber die muss sich auf weiter natürlich prösen.
00:11:54: also es ist vielmehr, dass die KI den Entwickler unterstützt als komplett ersetzt.
00:12:00: aber ersetzt werden halt diejenigen die dieses Werkzeug nicht nutzen können
00:12:05: die KI ignorieren in welcher Form auch immer, sei es im Studium oder in der Anwendung.
00:12:11: Ja jetzt ist es momentan ja auch so dass wir nicht die allerbeste Stimmung in Deutschland haben was die wirtschaftliche Entwicklung betrifft.
00:12:19: Gleichzeitig hören wir von einem Nichtenden wollen den Fachkräftemangel einfach durch die demografische Entwicklung.
00:12:29: das ist eine brisante Mischung.
00:12:31: kann es sein dass wir sowieso das Ganze vielleicht ein bisschen aufbauschen und in Wahrheit am Ende alle unterkommen werden, weil wir sie brauchen werden.
00:12:42: Also der Fachkräftemangel ist natürlich hoch umstritten als Thema.
00:12:47: es wird manchmal behauptet den Geber ist er sei dramatisch.
00:12:51: andere sagen den Gebes gar nicht so oder sei eher ein Konzept damit man gehälter drücken könnte.
00:12:56: ich glaube die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
00:12:59: was man auf Dauer braucht sind Leute die extrem gut ausgebildet sind, die wird man weiter brauchen.
00:13:05: Die reale Probleme lösen können.
00:13:07: Das heißt aber nicht dass jeder irgendwo unterkommt weil eben für manche Profile kein Bedarf ist und der Wettbewerb ist brutal.
00:13:17: Der hat nicht nur mit KI zu tun sondern natürlich auch mit der Globalisierung.
00:13:22: wenn sie schauen wie in schweren Ländern die Leute arbeiten, die einen ähnlichen Wohlstand wollen als wir Aber bereits sind das für deutlich weniger Geld zu tun.
00:13:31: Und wenn man schauen, ein Ingenieur kostet schnell über hundert Euro pro Stunde den Arbeitgeber und ... Wenn wir dann jemanden haben, ein Softwareentwickler, einen Ingenieur der in Vietnam sitzt und vielleicht fünf bis zehn Euro pro Stunden der kostet, ist dann unser Ingenieurs zehn- bis zwanzigmal produktiver?
00:13:49: vermutlich nicht.
00:13:51: Das ist glaube ich ein Thema, dass auch viele Hochschullehrer noch gar nicht verstanden haben also wie Bild mal die Leute aus, dass sie auf Dauer auch weiterhin halt das Vielfache pro Stunde erwirtschaften können beziehungsweise.
00:14:04: Dass die weiter diese Summe wert sind.
00:14:06: und wenn wir diesen Wandel falsch machen kann es zu dramatischen Wohlstandsverlusten und Gehalts einbußen kommen.
00:14:13: Sehen wir auch in anderen Branchen.
00:14:15: war zum Beispiel erst letzte Woche bei einem Big Tech Unternehmern und das hatte mir mitgeteilt dass seine Pudges jetzt gerade mit Hinblick auf Rechtsanwaltskanzlei in externe Beratung und so weiter sind die Budgets jetzt um vierzig Prozent gekürzt wurden, wenn man sagt ja sie können ja auf KI nutzen.
00:14:34: Und da zwingen wir einfach mal geringere Honorarache.
00:14:38: das ist die Realität und diese Art von Denke wird sich glaube ich auch viele andere Branchen auswirken.
00:14:45: aber es gibt auch so Aussagen anstatt dass ich zehn Leute hab Wo jeder Fünfzigtausend im Jahr bekommt, gibt es vielleicht zukünftig einen der fünfhunderttausenden bekommt.
00:14:54: Der eben extrem gut mit KI umgehen kann und diese ganzen Werkzeuge koordiniert.
00:15:00: das mag auch die Realität zahlen aber klar ist der demografische wandel des realitäts.
00:15:06: wir haben eher zu viel als zu wenig Arbeit Und da werden viele weiter unterkommen.
00:15:11: aber halt die die entsprechend ausgebildet sind und fleißig an.
00:15:14: Das geht jetzt nicht immer nur am top Ausbildung sondern auch solche sachen bin ich resilient, bin ich pünktlich?
00:15:21: Kann nicht kommunizieren.
00:15:22: Ich hab manchmal in meiner Hochschule so komische Diskussionen wie was an dem Projekttag wo Projekte von den Studenten vorgestellt sind müssen alle pünklich um acht da sein?
00:15:32: kann man dann nicht im Laufe des Tages erst dazukommen wenn man präsentiert?
00:15:35: nein das ist eine Diskussion die wir heute zum Beispiel hatten.
00:15:40: dass es teilweise irritierend und ob man mit so einer Arbeitseinstellung weiter einen Job findet da habe ich meine Bedenken.
00:15:48: Also sie meinen, die guten in Anführungsstrichen deutschen Grundtugenden sind durchaus gefragt.
00:15:55: Die sind gefragt auf wenn es da glaube ich gerade auch mit Generationen Z und so weiter Einbußen gibt.
00:16:01: aber dann müssen wir zurück zu diesen Tugenden.
00:16:05: Wären denn Unternehmen dann künftig womöglich weniger Ingenieure benötigen beziehungsweise ganz andere Ingeniüre spezialisiertere?
00:16:16: Sie werden deutlich effizientere Ingenieure brauchen, weil es einfach weniger auf dem Markt geben wird durch den demografischen Wandel.
00:16:23: Aber gerade auch bei E-Technik sind wir natürlich wie auch die Studienanfängerzahlen eingebrochen sind in den letzten zehn Jahren.
00:16:32: Das ist ein großes Problem, weil viel Wohlstand da dran hängt und man muss mal schaden, wie können einzelne Personen produktiver sein?
00:16:41: Und deshalb haben wir andere Profile benötigt.
00:16:45: Könnte es sogar sein, dass KI den Fachkräftemangel am Ende sogar verschärft?
00:16:49: Weil letztlich reden wir von zwei Seiten.
00:16:52: Der Ingenieur soll die KI bedienen – er soll sie aber auch entwickeln!
00:16:57: Ich glaube, die KI wird eher den Fachkraftemangel verbessern bzw.
00:17:03: reduzieren weil aber da sind wir natürlich als Hochschullehrer gefragt entsprechend die jungen Leute durch das Studium vorbereiten.
00:17:12: Das ist natürlich ausdrücklich nicht nur... der akademische Bildungsweg, sondern dass so was wie KI natürlich auch noch mehr in die Berufsausbildung kommt und viele andere Wege in die Weiterbildung usw.
00:17:24: Jetzt gehen wir mal davon aus unsere Zuhörerschaft ist schon im Studium oder hat sich schon entschieden für E-Technik?
00:17:32: Welche drei Entscheidungen würden Sie treffen damit sie auch in zehn, fünfzehn Jahren noch zu den Gewinnern im KI Zeitalter gehören können?
00:17:43: Und warum genau diese drei?
00:17:44: Ja, also unbedingt Praxiserfahrung während des Studiums sammeln.
00:17:48: Das ist wie gesagt in den Hochschulen auch hier vorgesehen durch Praxissemester.
00:17:53: die Abschlussarbeiten erfolgen oft in Zusammenarbeit mit Unternehmen sind den Unis weniger ausgeprägt.
00:18:00: aber auch da gibt es Möglichkeiten und unbedingt mal ein bisschen rauskommen reale Probleme lösen Wenn das auch im Studium zu wenig sichtbar ist, mal klar die Professoren ansprechen und sagen, ich würde gern noch was machen.
00:18:13: Gibt's da Möglichkeiten?
00:18:16: Ich glaube, dass werden wir also mal der wichtigsten Punkte.
00:18:20: Und umgekehrt welche drei Fehler machen Studierende aus ihrer Sicht immer wieder, die aus heutiger Sicht beruflich zum Verhängnis werden könnten?
00:18:30: womöglich?
00:18:31: Ja sich zu wenig mit den neuen Themen beschäftigen aber dann halt Ja, diese Tugen haben wir angesprochen.
00:18:39: Darauf vielleicht an manchen Stellen verzichten oder auch nicht bereit sein genug zu tun.
00:18:44: Es gibt ja manchmal so Aussagen wie man leider auch an den Hochschulen die Studenten müssten sich in einem Studium wohlfühlen.
00:18:52: Wir müssten eine Atmosphäre dafür schaffen das sage ich aber das ist nicht Aufgabe der Schule dass man sich wohl fühlt sondern wir müssen die Leute auf die Realität vorbereiten und die wird brutal.
00:19:03: Wir müssen mit den Leuten verumgehen, keine Frage.
00:19:06: Es muss Regeln geben die auch eingehalten werden.
00:19:09: aber wir als Hochschule sind jetzt keine Wohlfühlinstitutionen.
00:19:13: solche Forderungen gibt es immer mal wieder von den Studenten.
00:19:16: da würde ich einfach auch klar sagen zurückbesinnen Lehrjahre sind keine Herren hier auch.
00:19:23: Welche Kompetenzen sollte jeder am Ende seines E-Technik oder Informatikstudiums bis zum Abschluss unbedingt beherrschen?
00:19:31: Die Grundlagen beherrschten oben drauf KI und wissen Wie kann ich es anwenden, um damit wirklich ein Mehrwert zu schaffen?
00:19:38: Das Beste wäre dann nicht nur Prototypen bauen oder ein bisschen Verständnis haben.
00:19:42: Was muss ich tun, dass sowas am Ende auch mehr Wert bei Arbeitgebern schafft?
00:19:47: Weil das wird natürlich viel an Prototypern entwickelt, wo's gar kein Bedarf am Ende gibt.
00:19:52: Ja also Studien die sagen in den Unternehmen scheitern achtzig teilweise bis fünfundneinzig Prozent der KI-Projekte oder führen.
00:20:00: zunächst Das hat nicht immer technische Ursachen, das hat oft ganz andere Ursachen aus Sicht des Businesses oder des Change Management.
00:20:08: Wenn man so ein bisschen noch was dazu lernen kann während des Studiums, das wäre ideal.
00:20:14: Und wo verläuft künftig eigentlich die Grenze?
00:20:17: Also man liest manchmal auch in allgemeinen... Zeitungen wie zum Beispiel FHZ oder so, da liest man oft so.
00:20:25: Dass der Informatiker dem Elektronikern den Rang ablaufen wird weil alles ja zunehmend digital wird.
00:20:32: Wo würden sie diese Grenze ziehen?
00:20:35: und stimmt das überhaupt?
00:20:36: Oder verschwimmt die Grenze einfach zunehmt?
00:20:39: Wie würden Sie das einschätzen?
00:20:41: Ich glaube,
00:20:41: diese Grenzen werden zunehnend weniger sichtbar, weil es aber riesen Überschneidungen gibt.
00:20:47: auch die Techniker entwickeln heute Software entwickeln Hardware mit Hardware-Beschreibungssprachen, was die Informatiker auch tun.
00:20:55: Beide haben halt bisschen eine andere Ausrichtung.
00:20:58: KI ist ein Weg wie wir Informatika viele Dinge interpretieren.
00:21:05: Manchmal werden sehr ähnliche Dinge leicht anders interpretiert zum Beispiel in der Signalverarbeitung aber die Schlittmenge ist dennoch sehr groß und das ist glaube ich einfach wichtig.
00:21:14: dass diese unterschiedlichen Disziplinen zusammenkommen ist ausdrücklich ja nicht nur E-Technik und Informatik, auch Maschinen bauen so weiter.
00:21:24: Heute wird der Maschinbau digitalisiert.
00:21:26: man muss sich Gedanken machen zu Cyber Sicherheit bei Anlagen.
00:21:29: das hätte vor zwanzig Jahren niemanden interessiert.
00:21:33: deshalb die Grenzen die verschwindenden zunehmen.
00:21:36: Wo nutzen Sie eigentlich persönlich KI produktiv?
00:21:40: Ja zum Software entwickeln.
00:21:42: es gibt ja Werkzeuge wie Cursor und viele andere die ich auch selbst massiv nutze Ist mir auch wichtig, dann habe ich natürlich auch generative Werkzeuges.
00:21:51: Also jetzt ChatGPT oder Produkte der Mitbewerber wie von Perplexity and Tropic einfach für Texte, für Fragen verantworten, mehr Inhalte zusammenstellen.
00:22:04: Das haben wir natürlich auch.
00:22:04: KI zum Videos generieren also Musik zu generieren ist die wildesten Dinge auch für meine Vorlesungsunterlagen natürlich Recherchen zu erstellen.
00:22:16: Aber wichtig ist natürlich immer mehr, dass ich abschließend für alles verantwortlich bin.
00:22:19: Was sich rausgebe aber die Produktivität steigt.
00:22:24: und so sage ich auch zu meinen Studenten wer bei mir ein Projekt machst oder eine Abschlussarbeit da gibt es ja immer auch so Wünsche KI zu verbieten.
00:22:32: Ich sag wer beim mir das macht der darf nicht nur KI nutzen.
00:22:35: Ich erwarte, dass die Person KI nutzt mit einem gewissen Rahmen, mit gewissen Regeln.
00:22:40: Aber das müssen wir einfach tun diesen Mindset fördern.
00:22:46: Trotzdem diskutieren wir momentan über die Grenze zwischen KI-Nutzung und Betrug.
00:22:52: Auch Sie hatten kürzlich auch ein Post auf LinkedIn dazu, wo sie sich dafür eingesetzt haben dass man KI nicht kennzeichnen muss solange mein Name am Ende drunter steht.
00:23:03: aber wie gesagt das wird gerade heißt diskutiert.
00:23:06: glauben Sie dass wir in zehn Jahren da nicht mehr darüber reden sondern dass es dann einfach in den täglichen Ablauf wie selbstverständlich eingebunden ist?
00:23:15: Was Sie jetzt ansprechen, ist die Kritik gegenüber Carsten Wildberger und dem Bundesdigitalminister.
00:23:21: Unter
00:23:22: anderem
00:23:22: Thüring Mario Vogt.
00:23:26: Ich sag Ihnen ... ich würde mir eher Sorgen machen, wenn der Bundesdigitaminister keine KI nutzt.
00:23:33: Dann wird letzten Samstag auch ein Panel in Amberg beim Bund das Selbstständigen dabei.
00:23:39: Ich und Fabian Mehrring, also der bayerische Digitalminister Wir haben beide unabhängig voneinander in den Panel gesagt, wir würden uns Sorgen machen wenn der Bundesdigitalminister keine KI nutzen würde.
00:23:50: Natürlich in gewissen Grenzen mit gewissen Regeln aber vielleicht kommen wir zukünftig eher eine Situation wo man dann drunterschreiben sollte.
00:23:57: ich habe keine KI genutzt weil wir nutzen halt Rechtschreibkorrekturen wir nutzen anderes.
00:24:03: und jetzt eben das hier ist ne große Chance.
00:24:07: und ja einige Medienhäuser haben glaube ich noch nicht verstanden wie sich die Realität gerade verändert.
00:24:13: und auf das Geschäftsmodell.
00:24:18: Wenn wir jetzt nochmal ein bisschen Richtung Masterstudium gucken, gibt es Spezialisierungen, die Sie ausdrücklich empfehlen würden?
00:24:28: Ich würde im Masterstudiums was leicht anderes machen als im Bachelor.
00:24:32: Das ist immer meine Empfehlung.
00:24:33: also ich bin übrigens ein totaler Befürworter des Bologna Systemes.
00:24:37: Es gibt ja viele, die sehen das alles ganz kritisch.
00:24:40: Ich hab persönlich sehr davon profitiert, hatte mein Bachelor in Karlsruhe an der Hochschule gemacht nach dem Abitur.
00:24:46: Dass ich da mal Professor werde war gar nicht aufm Radar, sondern ich wollte einfach in die Praxis.
00:24:51: deshalb Hochschulen und Karlsrohen nach dem Abitur.
00:24:55: In klassisch Informatik.
00:24:57: und dann bin ich Ende des Bachelors an die KI gekommen durch meine Absprussarbeit.
00:25:01: Dann habe ich nach dem Bachelor ein paar Jahre gearbeitet danach einen Master gemacht im Englern Master zu KI also sehr spezialisiert Und hab davon sehr profitiert.
00:25:13: Jetzt fragen mich auch immer meine Studenten, die den KI Bachelor bei mir machen was soll ich im Master machen?
00:25:19: Ich mach bloß keinen KI-Master weil du bist durch den KI-Bachelor schon so stark.
00:25:23: das kann man alles in einem KI-Master nicht in dem Umfang voraussetzen also gibt es Riesenüberschneidungen.
00:25:29: Deshalb gucktest Du was anders machst mit dem Master.
00:25:32: Das heißt zum Beispiel Cyber Security Anwendung von KI Maschinenbau und der E-Technik Und dieses Fundament aus dem Bachelor nutzen, aber halt nie exakt wiederholen.
00:25:43: Und meine Empfehlung ist auch immer den Master woanders zu machen als den Bachelor.
00:25:47: Dafür werde ich immer auch gescholten an meiner Hochschule wenn ich das den Top Studenten empfehle... ...aber ich glaube es geht immer darum Persönlichkeiten zu entwickeln und wenn man wo anderes hingeht sieht man neue Leute, neue Arbeitsweisen.. ..und die Chance hat mal wenn man jung ist sobald man einen Beruf hat haus Familie alles bisschen schwieriger mit solchen Wechseln.
00:26:08: Deshalb das unbedingt nutzen für den Master, woanders hin als für den Bachelor.
00:26:13: Okay, danke für diese Tipps!
00:26:15: Dann machen wir jetzt zum Schluss nochmal eine schnelle Runde, wo Sie mit Ja oder Nein oder auf jeden Fall kurz antworten können.
00:26:25: Frage eins – Chatchivity wird Programmierer ersetzen?
00:26:29: Nein, es wird nicht komplett den Programmierberuf verändern.
00:26:37: Jeder Ingenieur braucht KI-Kentnisse
00:26:39: Ja.
00:26:40: Mathematik verliert am Bedeutung?
00:26:43: Nein.
00:26:44: Programmieren wird unwichtiger?
00:26:46: Nein!
00:26:48: Deutschland verliert den Anschluss bei KI?
00:26:51: Wenn wir es falsch machen...
00:26:53: Hardware erlebt ein Comeback?
00:26:56: Schon immer.
00:26:58: Gute Noten werden überschätzt?
00:27:00: Nein
00:27:02: Wer heute MINN-Studiert hat automatisch einen sicheren Job?
00:27:06: Definitiv nicht!
00:27:08: KI nimmt Ingenieuren Arbeitsplätze weg?
00:27:12: Nein
00:27:14: Ein Minn-Studium lohnt sich heute mehr denn je.
00:27:17: Absolut!
00:27:19: Gut, dann eine letzte Abschlussfrage.
00:27:22: stellen wir uns vor ihr eigener Sohn oder ihre eigene Tochter wäre heute achtzehn Jahre alt und Technik begeistert.
00:27:29: Sollte sie Elektrotechnik studieren?
00:27:32: Oder Informatik oder Maschinenbau?
00:27:35: Grundsätzlich ja.
00:27:36: wenn es einem selber Spaß macht also man sollte jetzt nicht irgendwas studieren aber es haben keinen Spaß macht weil man hat ja dann diese Themen.
00:27:46: Es muss Spaß machen, man muss sich dafür begeistern.
00:27:48: Und wenn das der Fall ist kann man sich für so ein Studium entscheiden.
00:27:53: Unbedingt während der Schulzeit mal alles nutzen, da hat er offenen Tür und so weiter an den Hochschulen.
00:27:58: Und dann halt schauen wo bekomme ich ein modernes Studium?
00:28:01: Das mich auf die Realität vorbereitet.
00:28:04: Okay bedanke mich ganz herzlich für dieses Gespräch!
00:28:07: Herzlichen Dank.
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